Follow the yellow brick road

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
tkmla Avatar

Von

„West of Wicked“ von Nikki St. Crowe ist der Auftakt ihrer düsteren Der Zauberer von Oz Adaption.
Seit ihrer Kindheit verfolgt Dorothy Gale die Sehnsucht, endlich ihre wahre Herkunft zu erfahren. Ein verheerender Sommersturm führte eine blutüberströmte Frau an die Tür ihrer Pflegeeltern, wo sie diese bat, sich um Dorothy zu kümmern. Seitdem hat Dorothy nichts mehr von ihr gehört und obwohl sie glücklich auf der Farm in Kansas ist, treibt sie die unterschwellige Sehnsucht nach mehr an. Dass man vorsichtig sein soll, was man sich wünscht, wird Dorothy spätestens nach einem weiteren Wirbelsturm klar, der nicht nur sie, sondern das gesamte Farmhaus in ein unbekanntes Land trägt. Hier gibt es offenbar Magie und andere sonderbare Dinge, wie einen geheimnisvollen Zauberer, der ihr hoffentlich den Weg nach Hause zeigen kann.

Ich liebe die Geschichte von Oz und war sehr gespannt, wie Nikki St. Crowe das Ganze auf ihre persönliche Art interpretiert. Der Einstieg in Dorothys Welt fällt nicht schwer und ich mag auf jeden Fall, dass es viele unterschiedliche Perspektiven gibt. Dadurch steigert sich die Spannung und man bekommt zu jedem Charakter eine ganz eigene Verbindung. Der Schreibstil ist leicht und fesselnd zugleich, so dass ich das Buch definitiv nicht zur Seite legen wollte.
Dorothy wird von einer inneren Unruhe angetrieben, da sie nichts über ihre Eltern oder ihre Vergangenheit weiß. Das sichere Leben ins Kansas lockt sie durchaus, aber sie weiß auch, dass sie sich schrecklich langweilen würde. Ob allerdings ihre riskanteren Entscheidungen in Oz tatsächlich zum Glück führen, wird sich noch zeigen.
Die Parallelen zum Original sind meiner Meinung nach schon recht eng, aber selbstverständlich sind die einzelnen Charaktere düsterer und facettenreicher als die Märchenvariante. Es gibt einige Twists, mit denen ich nie gerechnet hätte, und so steigert sich die Neugier auf die Fortsetzung. Gerade der Cliffhanger und die Ereignisse kurz davor sind für mich mein klares Highlight im Buch.

Mein Fazit:
Gelungenes Retelling und eine klare Leseempfehlung von mir!