Komplex, aber nicht durchgehend packend
West of Wicked ist eine Neuinterpretation der klassischen Oz-Welt und setzt stark auf Perspektivwechsel sowie darauf, bekannte Figuren aus neuen Blickwinkeln zu beleuchten. Die Geschichte entfaltet sich eher langsam und legt zu Beginn viel Wert auf Worldbuilding und die Einführung der Figurenkonstellationen. Dabei bleibt sie zunächst nah an vertrauten Motiven, erweitert diese jedoch nach und nach um neue Konflikte und Geheimnisse.
Der Fokus liegt weniger auf einer schnell voranschreitenden Handlung als auf dem Aufbau eines komplexen Geflechts aus Beziehungen, Prophezeiungen und offenen Fragen. Das sorgt einerseits für Tiefe, führt andererseits aber auch dazu, dass sich besonders der erste Teil teilweise in die Länge zieht. Viele Aspekte werden angedeutet, ohne sofort aufgelöst zu werden, was Spannung erzeugen kann, gleichzeitig aber auch Geduld erfordert.
Die Figuren sind grundsätzlich vielschichtig angelegt, wirken jedoch nicht alle gleich greifbar. Dorothy bleibt in vielen Situationen eher passiv und reagierend, was es erschwert, eine starke emotionale Bindung zu ihr aufzubauen. Cleo hingegen erscheint deutlich dynamischer und geheimnisvoller und weckt durch ihre Ausstrahlung und mögliche verborgene Fähigkeiten mehr Interesse. Die Vogelscheuche überzeugt durch ihre Sympathie und eine unterschwellige Tiefe, während der Blechmann vor allem durch tragische Elemente in seiner Hintergrundgeschichte hervorsticht. Insgesamt fällt auf, dass viele Figuren mehr andeuten als tatsächlich preisgeben, was einerseits neugierig macht, andererseits aber auch eine gewisse Distanz schafft.
Auch die Beziehungen zwischen den Figuren sind von Misstrauen, unausgesprochenen Wahrheiten und unterschwelligen Spannungen geprägt. Besonders romantische Entwicklungen wirken stellenweise vorhersehbar, werden jedoch nicht immer emotional vollständig ausgeschöpft, wodurch sie etwas an Wirkung verlieren.
Der Spannungsverlauf ist insgesamt ungleichmäßig. Die erste Hälfte ist durch einen langsamen Aufbau und viele offene Fragen geprägt, während die zweite Hälfte deutlich an Dynamik gewinnt und mehr Enthüllungen bietet. Das Finale ist schließlich überraschend und wirkungsvoll und verleiht der Geschichte noch einmal zusätzliche Intensität. Insgesamt belohnt das Buch die Geduld der Lesenden, verlangt sie aber auch über weite Strecken hinweg.
Thematisch bewegt sich die Geschichte rund um Identität, Macht und Prophezeiung, Vertrauen und Täuschung sowie Herkunft und Zugehörigkeit. Dabei spielt sie bewusst mit den Erwartungen an die bekannte Oz-Welt und unterläuft diese an einigen Stellen gezielt.
Der Schreibstil ist klar, gut zugänglich und stark auf Perspektivwechsel ausgelegt. Dadurch entsteht ein umfassendes Bild der Welt und ihrer Figuren, allerdings kann dies auch zulasten eines konstanten Leseflusses gehen, da die Handlung immer wieder unterbrochen wird.
Insgesamt ist West of Wicked ein durchdachtes Werk mit interessanten Ansätzen, das jedoch nicht durchgehend fesseln kann. Es überzeugt vor allem durch seine komplexen Figurenkonzepte, die Neuinterpretation eines bekannten Stoffes und ein starkes Finale, während Schwächen insbesondere im Pacing und in der emotionalen Tiefe einiger Figuren liegen. Es eignet sich besonders für Leserinnen und Leser, die ruhiger erzählte Geschichten mit mehreren Perspektiven schätzen und bereit sind, sich auf einen langsamen Spannungsaufbau einzulassen.
Der Fokus liegt weniger auf einer schnell voranschreitenden Handlung als auf dem Aufbau eines komplexen Geflechts aus Beziehungen, Prophezeiungen und offenen Fragen. Das sorgt einerseits für Tiefe, führt andererseits aber auch dazu, dass sich besonders der erste Teil teilweise in die Länge zieht. Viele Aspekte werden angedeutet, ohne sofort aufgelöst zu werden, was Spannung erzeugen kann, gleichzeitig aber auch Geduld erfordert.
Die Figuren sind grundsätzlich vielschichtig angelegt, wirken jedoch nicht alle gleich greifbar. Dorothy bleibt in vielen Situationen eher passiv und reagierend, was es erschwert, eine starke emotionale Bindung zu ihr aufzubauen. Cleo hingegen erscheint deutlich dynamischer und geheimnisvoller und weckt durch ihre Ausstrahlung und mögliche verborgene Fähigkeiten mehr Interesse. Die Vogelscheuche überzeugt durch ihre Sympathie und eine unterschwellige Tiefe, während der Blechmann vor allem durch tragische Elemente in seiner Hintergrundgeschichte hervorsticht. Insgesamt fällt auf, dass viele Figuren mehr andeuten als tatsächlich preisgeben, was einerseits neugierig macht, andererseits aber auch eine gewisse Distanz schafft.
Auch die Beziehungen zwischen den Figuren sind von Misstrauen, unausgesprochenen Wahrheiten und unterschwelligen Spannungen geprägt. Besonders romantische Entwicklungen wirken stellenweise vorhersehbar, werden jedoch nicht immer emotional vollständig ausgeschöpft, wodurch sie etwas an Wirkung verlieren.
Der Spannungsverlauf ist insgesamt ungleichmäßig. Die erste Hälfte ist durch einen langsamen Aufbau und viele offene Fragen geprägt, während die zweite Hälfte deutlich an Dynamik gewinnt und mehr Enthüllungen bietet. Das Finale ist schließlich überraschend und wirkungsvoll und verleiht der Geschichte noch einmal zusätzliche Intensität. Insgesamt belohnt das Buch die Geduld der Lesenden, verlangt sie aber auch über weite Strecken hinweg.
Thematisch bewegt sich die Geschichte rund um Identität, Macht und Prophezeiung, Vertrauen und Täuschung sowie Herkunft und Zugehörigkeit. Dabei spielt sie bewusst mit den Erwartungen an die bekannte Oz-Welt und unterläuft diese an einigen Stellen gezielt.
Der Schreibstil ist klar, gut zugänglich und stark auf Perspektivwechsel ausgelegt. Dadurch entsteht ein umfassendes Bild der Welt und ihrer Figuren, allerdings kann dies auch zulasten eines konstanten Leseflusses gehen, da die Handlung immer wieder unterbrochen wird.
Insgesamt ist West of Wicked ein durchdachtes Werk mit interessanten Ansätzen, das jedoch nicht durchgehend fesseln kann. Es überzeugt vor allem durch seine komplexen Figurenkonzepte, die Neuinterpretation eines bekannten Stoffes und ein starkes Finale, während Schwächen insbesondere im Pacing und in der emotionalen Tiefe einiger Figuren liegen. Es eignet sich besonders für Leserinnen und Leser, die ruhiger erzählte Geschichten mit mehreren Perspektiven schätzen und bereit sind, sich auf einen langsamen Spannungsaufbau einzulassen.