Tolles Jugendbuch für Drachenfans

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jule2005 Avatar

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When Dealing With Dragons hat mich positiv überrascht und sich schnell zu einer meiner liebsten Drachen-Fantasygeschichten entwickelt. Obwohl Drachen aktuell in vielen Romantasy-Romanen eine große Rolle spielen, geht Dana Swift einen ganz eigenen Weg und erschafft eine Welt, die sich angenehm von bekannten Konzepten abhebt.

Im Mittelpunkt steht Farren, deren Familie ein Schutzreservat für verletzte Drachen betreibt. Als ausgerechnet James – erfolgreicher Drachenjockey, Konkurrent und jemand, den sie am liebsten auf Abstand hält – nach einem Unfall den Sommer auf dem Gnadenhof verbringen muss, ist Ärger vorprogrammiert. Schließlich hütet Farren ein Geheimnis, das unter keinen Umständen ans Licht kommen darf. Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto deutlicher wird allerdings, dass erste Eindrücke täuschen können.

Besonders begeistert hat mich das Worldbuilding. Statt Drachen ausschließlich als Reittiere oder Waffen einzusetzen, stehen hier ihr Schutz, ihre Pflege und ihr Wohlergehen im Mittelpunkt. Das Reservat ist ein Ort, an den ich beim Lesen immer wieder gerne zurückgekehrt bin. Auch das Magiesystem rund um die verschiedenen Drachenmetalle fand ich originell und gut durchdacht. Es verleiht der Welt eine eigene Identität und verbindet sich gleichzeitig mit den gesellschaftlichen Strukturen, die einen wichtigen Teil der Handlung ausmachen.

Farren war für mich eine großartige Protagonistin. Sie handelt mutig, steht für ihre Überzeugungen ein und setzt das Wohl der Drachen oft über ihre eigenen Interessen. Gleichzeitig darf sie Fehler machen und wirkt dadurch umso authentischer. James entwickelt sich im Laufe der Geschichte ebenfalls zu einem echten Lieblingscharakter. Hinter seiner zunächst distanzierten Art verbirgt sich ein junger Mann, der unter dem Druck seiner Familie leidet und seinen eigenen Platz in der Welt sucht. Gerade diese Entwicklung hat mich sehr berührt.

Die Liebesgeschichte entsteht angenehm langsam und wirkt nie überhastet. Vielmehr entwickelt sich zwischen den beiden nach und nach Vertrauen, während Vorurteile abgebaut werden und beide beginnen, den anderen wirklich kennenzulernen. Für mich fühlte sich ihre Beziehung eher wie eine glaubwürdige Rivalität an, die sich allmählich in etwas Tieferes verwandelt, als nach einer klassischen Enemies-to-Lovers-Geschichte.

Neben Abenteuer und Romantik greift das Buch auch ernstere Themen auf. Es geht um Ausbeutung, soziale Ungleichheit, den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren und darum, den Mut zu finden, gegen festgefahrene Strukturen aufzustehen. Diese Aspekte sind geschickt in die Handlung eingebunden und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe, ohne den lockeren Lesefluss zu beeinträchtigen.

Der Schreibstil ist angenehm leicht und sorgt dafür, dass man förmlich durch die Seiten fliegt. Zwar gibt es zwischendurch ruhigere Passagen, doch spätestens das spannende Finale mit einigen unerwarteten Wendungen hat mich vollkommen überzeugt.

Fazit:
When Dealing With Dragons verbindet eine liebevoll ausgearbeitete Drachenwelt mit sympathischen Figuren, einer glaubwürdigen Slow-Burn-Romanze und wichtigen Botschaften über Mitgefühl und Verantwortung. Wer Jugendfantasy mit Drachen, Abenteuer und ganz viel Herz sucht, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.