Das Buch hatte einen Plan. Ich leider auch.
Witch Mark und ich hatten einen vielversprechenden Start.
Das Cover sah mich an, die Synopsis flüsterte mir etwas von Magie und einer Geschichte zu, die genau mein Ding sein könnte, und ich fiel darauf rein wie jemand, der „nur mal kurz“ in eine Buchhandlung geht. Ich wollte dieses Buch mögen. Wirklich. Das Buch schien von diesem Plan leider nichts zu wissen.
Diese Rezension ist übrigens eine überarbeitete Version meiner ursprünglichen Rezension von vor fast acht Jahren.
Offenbar war ich damals der Meinung, zwei Absätze würden ausreichen, um meine Meinung zu einem Buch festzuhalten. Acht Jahre, deutlich mehr Leseerfahrung und ungefähr 3.000 aufgestaute Rezensionen später sehe ich das etwas anders.
Die Sterne sind geblieben.
Die Fähigkeit, sie zu begründen, ist nachgereift.
Irgendwann fiel mir auf, dass ich zwar Seite um Seite las, mir aber weder die Figuren noch ihre Probleme besonders nah gingen. Miles war uneigennützig, Tristan perfektionistisch. Gut. Und sonst?
Ich hatte das Gefühl, bei einer Fanfiction gelandet zu sein, die fest davon ausgeht, dass ich die Charaktere bereits aus drei Staffeln, zwei Spin-offs und einem sehr aktiven Fandom kenne. Der Weltenaufbau erklärte mir zu wenig, und die Figuren gaben mir nicht genug, um die Lücken selbst füllen zu wollen.
Die Romanze war dabei ungefähr so überraschend wie die Tatsache, dass ich bei einem Buch mit Magie irgendwann auf Magie stoßen würde. Ich sah kommen, wohin es geht, wartete auf den Moment, der mich trotzdem erwischt … und wartete weiter.
Wenn mich jemand gefragt hätte, ob ich mitfiebere, hätte ich ehrlich sagen müssen:
Ich bin anwesend.
Dabei hätte die Geschichte durchaus genug Material gehabt, um mich stärker abzuholen. Gerade die Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Schichten, die Erwartungen an die einzelnen Gruppen und Miles’ familiäre Situation hätten für mich deutlich mehr Raum verdient. Das waren die Momente, in denen ich tatsächlich neugierig wurde und wissen wollte, wie diese Welt funktioniert.
Auch das Magiesystem hatte interessante Ansätze. Ich wollte verstehen, welche Regeln dahinterstecken und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben. Stattdessen hatte ich häufig das Gefühl, dass die Geschichte genau dann wieder weiterzog, wenn es gerade interessant wurde.
Bei den Figuren fehlte mir ebenfalls die emotionale Verbindung. Ich wusste zwar, was sie ausmacht und welche Eigenschaften ihnen zugeschrieben werden, aber ich hatte selten das Gefühl, sie wirklich kennenzulernen. Gerade deshalb konnte mich die Romanze auch nicht besonders mitnehmen. Ich wusste, dass sie passieren würde. Ich wusste nur leider nicht, warum sie mir wichtig sein sollte.
Was mich ärgert: Da steckt tatsächlich etwas drin.
Die Konflikte zwischen den gesellschaftlichen Klassen fand ich spannend, und Miles’ Verhältnis zu seiner Familie hatte mehr Reibung als die Liebesgeschichte. Auch das Magiesystem machte mich neugierig.
Jedes Mal, wenn einer dieser Aspekte auftauchte, dachte ich: Endlich, jetzt wird’s interessant.
Leider bekam ich davon eher Kostproben, während ich bei den Figuren und der Romanze gern ein paar Seiten zurückgegeben hätte.
Meine 2 Sterne bleiben stehen. Die Ideen verdienen sie; die Leseerfahrung hat sie mir nicht gerade aus den Händen gerissen.
Ob der zweite Band mich noch vom Gegenteil überzeugen könnte? Möglich.
Ob ich mich freiwillig dafür anmelde?
Im Moment ungefähr so wahrscheinlich wie eine spontane Steuererklärung aus purer Freude.
Und als hätte diese Rezension nicht schon lange genug in Frieden ruhen dürfen, flatterte fast acht Jahre später noch eine Mail zum Thema Verlinken herein. 😂
⭐️⭐️
P.S.
Wer magische Fantasy mit einer queeren Romance, gesellschaftlichen Konflikten und einem interessanten Magiesystem mag, könnte hier durchaus etwas für sich finden. Besonders die Themen rund um Klassengesellschaft und die familiären Konflikte haben für mich interessante Ansätze gezeigt. Wer allerdings großen Wert auf einen ausführlichen Weltenaufbau, tief ausgearbeitete Charaktere und eine Romance legt, deren Entwicklung emotional nachvollziehbar ist, könnte ähnlich wie ich etwas enttäuscht sein. Für mich waren die Ideen spannender als ihre Umsetzung.
Das Cover sah mich an, die Synopsis flüsterte mir etwas von Magie und einer Geschichte zu, die genau mein Ding sein könnte, und ich fiel darauf rein wie jemand, der „nur mal kurz“ in eine Buchhandlung geht. Ich wollte dieses Buch mögen. Wirklich. Das Buch schien von diesem Plan leider nichts zu wissen.
Diese Rezension ist übrigens eine überarbeitete Version meiner ursprünglichen Rezension von vor fast acht Jahren.
Offenbar war ich damals der Meinung, zwei Absätze würden ausreichen, um meine Meinung zu einem Buch festzuhalten. Acht Jahre, deutlich mehr Leseerfahrung und ungefähr 3.000 aufgestaute Rezensionen später sehe ich das etwas anders.
Die Sterne sind geblieben.
Die Fähigkeit, sie zu begründen, ist nachgereift.
Irgendwann fiel mir auf, dass ich zwar Seite um Seite las, mir aber weder die Figuren noch ihre Probleme besonders nah gingen. Miles war uneigennützig, Tristan perfektionistisch. Gut. Und sonst?
Ich hatte das Gefühl, bei einer Fanfiction gelandet zu sein, die fest davon ausgeht, dass ich die Charaktere bereits aus drei Staffeln, zwei Spin-offs und einem sehr aktiven Fandom kenne. Der Weltenaufbau erklärte mir zu wenig, und die Figuren gaben mir nicht genug, um die Lücken selbst füllen zu wollen.
Die Romanze war dabei ungefähr so überraschend wie die Tatsache, dass ich bei einem Buch mit Magie irgendwann auf Magie stoßen würde. Ich sah kommen, wohin es geht, wartete auf den Moment, der mich trotzdem erwischt … und wartete weiter.
Wenn mich jemand gefragt hätte, ob ich mitfiebere, hätte ich ehrlich sagen müssen:
Ich bin anwesend.
Dabei hätte die Geschichte durchaus genug Material gehabt, um mich stärker abzuholen. Gerade die Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Schichten, die Erwartungen an die einzelnen Gruppen und Miles’ familiäre Situation hätten für mich deutlich mehr Raum verdient. Das waren die Momente, in denen ich tatsächlich neugierig wurde und wissen wollte, wie diese Welt funktioniert.
Auch das Magiesystem hatte interessante Ansätze. Ich wollte verstehen, welche Regeln dahinterstecken und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben. Stattdessen hatte ich häufig das Gefühl, dass die Geschichte genau dann wieder weiterzog, wenn es gerade interessant wurde.
Bei den Figuren fehlte mir ebenfalls die emotionale Verbindung. Ich wusste zwar, was sie ausmacht und welche Eigenschaften ihnen zugeschrieben werden, aber ich hatte selten das Gefühl, sie wirklich kennenzulernen. Gerade deshalb konnte mich die Romanze auch nicht besonders mitnehmen. Ich wusste, dass sie passieren würde. Ich wusste nur leider nicht, warum sie mir wichtig sein sollte.
Was mich ärgert: Da steckt tatsächlich etwas drin.
Die Konflikte zwischen den gesellschaftlichen Klassen fand ich spannend, und Miles’ Verhältnis zu seiner Familie hatte mehr Reibung als die Liebesgeschichte. Auch das Magiesystem machte mich neugierig.
Jedes Mal, wenn einer dieser Aspekte auftauchte, dachte ich: Endlich, jetzt wird’s interessant.
Leider bekam ich davon eher Kostproben, während ich bei den Figuren und der Romanze gern ein paar Seiten zurückgegeben hätte.
Meine 2 Sterne bleiben stehen. Die Ideen verdienen sie; die Leseerfahrung hat sie mir nicht gerade aus den Händen gerissen.
Ob der zweite Band mich noch vom Gegenteil überzeugen könnte? Möglich.
Ob ich mich freiwillig dafür anmelde?
Im Moment ungefähr so wahrscheinlich wie eine spontane Steuererklärung aus purer Freude.
Und als hätte diese Rezension nicht schon lange genug in Frieden ruhen dürfen, flatterte fast acht Jahre später noch eine Mail zum Thema Verlinken herein. 😂
⭐️⭐️
P.S.
Wer magische Fantasy mit einer queeren Romance, gesellschaftlichen Konflikten und einem interessanten Magiesystem mag, könnte hier durchaus etwas für sich finden. Besonders die Themen rund um Klassengesellschaft und die familiären Konflikte haben für mich interessante Ansätze gezeigt. Wer allerdings großen Wert auf einen ausführlichen Weltenaufbau, tief ausgearbeitete Charaktere und eine Romance legt, deren Entwicklung emotional nachvollziehbar ist, könnte ähnlich wie ich etwas enttäuscht sein. Für mich waren die Ideen spannender als ihre Umsetzung.