bertidunsche
Persönliche Daten
Meine Leseeindrücke
Macht neugierig...
4
Phil Rickman, Autor der Merrliy-Watkins-Romane, weiß auch in „Die Gebeine von Avalon“ die Leser zu überzeugen. Auf seiner Homepage sagt er, dieser Roman sei das Härteste, was er je gemacht habe, und die Kritiker geizen nicht mit Lob und Komplimenten. Die Leseprobe an sich ist aufgrund ihrer Kürze schwer zu beurteilen, aber das wenige, das ich gelesen habe, hat mir gut gefallen. Das Cover wirkt geheimnisvoll und direkt zu Beginn der Geschichte wird Dr. John Dee, Astrologe und Berater Elisabeths I., mit einer geheimnisvollen Wachspuppe in einem Kindersarg konfrontiert. Die Geschichte wird in der ersten Person erzählt, aus Sicht von Dr. Dee. Damit der Leser sich schnell zurecht findet, gibt es zu Beginn des Buchs eine kleine Übersichtskarte sowie einen kurzen Abriss über das Leben des Dr. John Dee bis zu der mysteriösen Begegnung im Jahr 1560. Auch die Kapitelüberschriften sowie Absatzmarkierungen sind liebevoll gestaltet und erwecken beim Leser den Eindruck, ein besonderes Buch in den Händen zu halten. Detaillierte, anschauliche Beschreibungen fallen mir direkt zu Beginn der Geschichte auf und der Leser fühlt sich aufgrund der erschaffenen Atmosphäre direkt ins London des 16. Jh.s versetzt. Die Kurzbeschreibung gibt einen Ausblick, was den Leser noch alles erwartet. Die Abenteuer, die John Dee noch bevorstehen, sowie die guten Kritiken machen mich sehr neugierig auf den Roman von Phil Rickman! weiterlesen
Mittelalterliches Profiling...
4
„Isenhart von Holger Karsten Schmidt - ein Roman, der mich aufgrund der Kurzbeschreibung unheimlich neugierig gemacht hat! Mich reizt diese angekündigte Mischung aus historischem Roman/Krimi mit der Profiling-Komponente sehr, bin nun aber gespannt, inwiefern der Autor dies umsetzt und sich von anderen Autoren historischer Kriminalromane hoffentlich abzusetzen vermag. Die ausführliche Leseprobe gibt mir einen Einblick in die mysteriöse Geburt Isenharts sowie seine Jugend und zeigt den detaillierten, ansprechenden Stil von Schmidt. Die vorgestellten Charaktere sind bisher gut gezeichnet und agieren glaubwürdig, so dass sich die Leseprobe gut lesen lies. Leider lässt sich noch nicht erahnen, inwiefern die Umsetzung zur Enttarnung des Serienmörders gelungen ist bzw. welche Sorte „Profiler“ Isenhart abgeben wird. Welche Ermittlungsmethoden wird er anwenden und wie wird er sich in der Gedankenwelt des Mittelalters damit durchsetzen können? Fazit: Ein vielversprechender Klappentext sowie ein solider Anfang eines mittelalterlichen, historischen Romans haben mein Interesse geweckt und lassen mich auf den Erscheinungstermin des mit 816 Seiten wahrlich dicken Wälzers warten! weiterlesen
Ausgesprochen gut!
5
Ich bin begeistert von der Leseprobe zu „Cut“ von Amanda Kyle Williams. Das Cover hat bereits meine Neugier geweckt, durch die Kurzbeschreibung wuchs das Interesse zusätzlich. Nach der Lektüre der Leseprobe möchte ich einfach nur weiterlesen! Keye Street, Ex-Profilerin mit Promotion in Verhaltenspsychologie, arbeitet mittlerweile als Kautionseintreiberin und Privatdetektivin - des Alkohols wegen, aber nicht nur. Ich denke, da schlummern noch einige „Leichen“ in ihrer Vergangenheit und bin einfach nur neugierig, wie die Geschichte, die Keye zu erzählen hat, weitergeht. Besonders der Ironische Unterton der Ich-Erzählerin hat es mir angetan. Darüber hinaus überzeugt die Autorin durch eine sehr schöne Sprache und auch der Stil ist ansprechend. Die Aussicht auf weitere Geschichten um Keye Street ist für mich ein zusätzlicher Anreiz für dieses Buch, da ich sehr gerne Serien lese. Fazit: Die Leseprobe zu „Cut“ hat mich vollständig überzeugt. Ein Buch, dass ich auf jeden Fall lesen werde. weiterlesen
Die Neugier ist geweckt!
3
Der überzeugende Erstling von Tania Carver, Entrissen, hat mich mit hohen Erwartungen an „Der Stalker“ heran gehen lassen. Vielleicht bin ich daher ein wenig enttäuscht, denn so wirkliche Begeisterung konnte bei mir nach der Leseprobe nicht aufkommen. Inhaltlich ist einerseits ein großer Spannungsaufbau zu verzeichnen, da eine Frauenleiche gefunden wird, eine andere Frau wahrscheinlich mit einem Stalker konfrontiert wird und schließlich die bereits aus dem ersten Band bekannte Profilerin Marina Esposito ein bedrückendes Geheimnis mit sich herumträgt. Da Carver jedoch weitgehend auf detaillierte Beschreibungen verzichtet, wird der Leser auf der anderen Seite direkt zu Beginn des Romans mit mehreren Szenarien und zahlreichen Charakteren konfrontiert. Dies empfinde ich als recht verwirrend und das Auftauchen der bekannten Profilerin in der dritten Szene war daher für mich ein großer Lichtblick. Dennoch weiß im Hinblick auf das ganze Buch die kurzen Kapitel und den klaren, schnörkellosen Stil der Autorin zu schätzen. Auch wenn die Leseprobe mich nicht hundertprozentig überzeugen konnte, werde ich „Der Stalker“ auf jeden Fall lesen, da mich „Entrissen“ sehr begeistert hat und die Kurzbeschreibung des aktuellen Romans auf ein genauso gutes und spannendes Buch hoffen lässt! weiterlesen
Hunter & Garcia - es fließt wieder Blut!
4
Ein reißerischer Prolog mit einer Folterszene, in dem Carter seinem bereits aus „Der Kruzifix-Killer“ bekanntem brutalem Stil treu bleibt, bildet den Auftakt zu Carters zweitem Roman um den Detective Robert Hunter. Zumindest für die Leseprobe kann ich sagen, dass hier der Name Programm ist und „Der Vollstrecker“ scheinbar den „Erfolg“ seiner Taten bereits dem Leser präsentiert. Kurze Kapitel lassen die spannungsgeladenen Seiten der Leseprobe rasch dahinfliegen und die Leserschaft bleibt atemlos und nach weiteren Details gierend zurück. So ging es mir zumindest. Hunter, Detective im Morddezernat I des Los Angeles Police Department, welches für Serienmörder und besonders schwere Gewaltverbrechen zuständig ist, sowie sein bereits aus dem ersten Band bekannter Kollege Carlos Garcia werden zu einem Tatort in der katholischen Kirche der Sieben Heiligen gerufen. Dort werden sie - wie könnte es bei Chris Carter anders sein - mit einem äußerst kuriosen Mordfall konfrontiert, ein enthaupteter Leichnam im Priestergewand, „verziert“ mit einem Hundekopf. Die Tatsache, dass Chris Carter forensische Psychologie studiert und sechs Jahre im Psychologenteam der Staatsanwaltschaft gearbeitet hat, lässt mich auch in seinem zweiten Roman auf einen gut durchdachten und damit spannenden Thriller hoffen. Meine Neugier ist geweckt und das Buch steht ganz oben auf meiner Wunschliste! weiterlesen
Meine Rezensionen
Der Stalker - Hörbuchrezension
1
Mit „Der Stalker“ legt Tania Carver ihren zweiten Krimi um den Ermittler Phil Brennan und die Profilerin Marina Esposito vor. Die Leseprobe zu „Entrissen“, dem Vorgängerband, hat mich so überzeugt, dass ich den Thriller daraufhin gelesen und recht zufrieden abgeschlossen habe. Dies lag nicht zuletzt an den sympathischen Protagonisten Marina und Phil. Die Auflösung des Falls hatte mich dagegen etwas weniger zufrieden gestellt. Als „Der Stalker“ erschien, war ich nun insbesondere sehr neugierig auf die Weiterentwicklung der Charaktere und habe mich dieses Mal für die Hörbuchfassung entschieden. Zunächst fällt das farbige Cover ins Auge. Es wirkt ansprechend und passt zu dem versprochenen Thriller. Der Titel „Der Stalker“ klingt vielversprechend und vermittelt zusammen mit dem Cover dem Leser bereits eine gewisse Vorstellung über den Inhalt des (Hör-)Buches. Phil Brennan, bereits aus dem ersten Band „Entrissen“ bekannt, und sein Team sind dieses Mal auf der Suche nach einem Serienmörder, der junge, attraktive Frauen tötet. Gleichzeitig wird eine andere junge Frau, Suzanne Perry, von einem Stalker belästigt. Carver wechselt in diesen Szenen die Erzählperspektive, so dass der Leser direkt an den Gedanken und Empfindungen des Stalkers teilhaben kann – ein interessantes Stilmittel. Auch wenn das Hörbuch von einer Frau gelesen wird, kommen dieser Perspektivenwechsel und die „Stimme“ des Stalkers gut zur Geltung. Überhaupt liest Anne Weber die Geschichte sehr gut vor. Sie überzeugt durch eine angenehme Stimme, richtige Akzentuierungen und eine deutliche Artikulation. Leider wurde die Geschichte für das Hörbuch stark gekürzt. Ich hatte den Eindruck, dass viele Passagen fehlen. Darunter litt zum einen der Spannungsaufbau, zum anderen treten gerade zu Beginn der Geschichte viele Charaktere auf, dies aber nur ganz kurz, so dass es äußerst schwierig war, die Personen ihrer jeweiligen Rolle zuzuordnen, da ein Kennenlernen gar nicht erst möglich war. Das Ende birgt zwar die eine oder andere Überraschung, kommt aus meiner Sicht aber zu schnell. Leider konnte ich die Beweggründe nicht in Gänze nachvollziehen, so dass die Auflösung insgesamt für mich enttäuschend und in Teilen auch unrealistisch ist. Ein weiterer Kritikpunkt ist– zumindest im Hörbuch – das fast absolute Fernbleiben von Marina Esposito, der Protagonisten des Vorgängerbandes. Gerade weil mir im ersten Teil dieser Charakter so gut gefallen hatte, hatte ich auf ein Wiedersehen in „Der Stalker“ gehofft und wurde sehr enttäuscht. Ihre Rolle in der Hörbuchfassung ist nur minimal. Sehr schade, zumal die Kurbeschreibung ja andere Hoffnungen geweckt hatte. Keine glückliche Vorgehensweise des Verlages. Alles in allem legt Carver einen soliden Thriller vor, der sich inhaltlich zwar von den bekannten Mustern ein wenig abhebt, in Gänze aber nicht überzeugen kann. Der Leser sollte keine Fortsetzung um die Profilerin Marina Esposito erwarten und sich im Zweifel vielleicht doch eher aufgrund der o.g. Kritikpunkte für das Buch entscheiden. Das Hörbuch kann ich leider nicht empfehlen. weiterlesen
Empfehlenswerter Debütroman
4
„Cut“, den Erstling von Amanda Key Williams, habe ich gerne gelesen und das letzte Kapitel mit Freude beendet, weil es endlich mal wieder ein Buch ist, das mich als Leserin rundherum zufrieden zurücklässt! Keye Street, promovierte Verhaltenspsychologin, aufgrund ihrer Neigung zum Alkohol jedoch nur noch Ex-Profilerin und aktuell „nur“ als Kautionseintreiberin und Privatdetektivin tätig, wird von ihrem alten Freund Lieutenant Rauser reaktiviert, als Atlanta von einer Reihe von brutalen Morden heimgesucht wird. Mit detaillierten Beschreibungen von Land und Leuten entführt die Autorin ihre Leserschaft nach Atlanta, in die Hauptstadt des Bundesstaates Georgia, und lässt sie tief eintauchen in die Südstaatenatmosphäre. Nicht zuletzt durch die appetitanregenden Beschreibungen der kulinarischen Genüsse der Protagonisten fühlt man sich sehr schnell in der dortigen Gegend heimisch. Die Geschichte überzeugt durch einen gut durchdachten Plot. Auch wenn der Täter aufgrund von versteckten Hinweisen zu erahnen ist, gab es schließlich doch noch eine Überraschung für mich. Das Ende ist in sich schlüssig, für mich blieben keine wesentlichen Fragen offen, der Schluss kam nicht zu schnell, alles in allem ein „rundes Ende“. Was macht jedoch die eigentliche Stärke dieses Buches aus? Es sind eindeutig die Figuren, die die Autorin ins Leben gerufen hat. Ihre Charaktere sind in sich stimmig und sie überzeugen durch Lebensnähe; schnell hatte ich ein Bild von den unterschiedlichen Personen vor Augen. Insbesondere mit der Protagonisten Keye Street hat die Autorin einen facettenreichen, hochinteressanten (Serien-)Charakter erschaffen, über den ich sehr gerne mehr lesen möchte. Trotz aller Ecken und Kanten ist die ehemalige Profilerin mit asiatischem Großvater und amerikanischen Adoptiveltern eine durchaus sympathische Figur, die ich auf Anhieb gerade wegen ihrer lakonischen und bisweilen äußerst ironischen Sichtweise der Dinge mochte. Williams schafft eine gute Verbindung zwischen ihrer Protagonisten und der Leserschaft, so dass man sich auch als Außenstehender sehr gut in Keye Street hineinversetzen und mitfiebern kann. Auch wenn man in diesem Buch schon viel über sie erfährt, hat sie doch einerseits eine sehr turbulente Vergangenheit aufzuweisen, hinsichtlich dieser es noch viel über sie zu entdecken und zu erfahren gibt. Andererseits steckt in dieser Figur noch viel Entwicklungspotential, so dass ich mich hoffentlich noch auf mehrere Geschichten mit ihr freuen kann. Kritisch ist aus meiner Sicht anzumerken, dass die Geschichte teilweise einige Längen aufweist, aber das verzeihe ich bei einem Erstling, der ansonsten durch gute Qualität überzeugt, gerne. Für meinen Geschmack verzettelt sich die Autorin damit, dass sie ihre Protagonistin – insbesondere als der eigentliche Fall sehr spannend wird – zu oft und zu ausführlich ihrer Arbeit als Kautionseintreiberin und Privatdetektivin nachgehen lässt. Auch wenn diese Geschichten interessant und auch in Teilen amüsant sind, hemmt es doch die Entwicklung der Hauptlinie zu sehr und behindert unnötigerweise den Spannungsaufbau. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass die Autorin gerade bei Tatorten und auch im Internetblog des Mörders sehr detaillierte Beschreibungen von Brutalitäten und grausamen Phantasien bietet – eventuell nicht jedermanns Geschmack. Das puristische, dennoch aber nicht minder beeindruckende Cover gefällt mir sehr und hätte auch in einer Buchhandlung mein Interesse geweckt. Für meinen Geschmack passt es auch gut zu der Geschichte, die Williams in ihrem Erstling erzählt. Fazit: Die erste Geschichte um Keye Street hat mir trotz kleiner Schwächen ausnehmend gut gefallen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung an Krimi- und Thrillerfans! weiterlesen
Nichts für schwache Nerven...
4
Mit „Der Vollstrecker“ legt Chris Carter nach „Der Kruzifix-Killer“ einen Pageturner allererste Güte vor, der für so manchen Autor als Lehrbuch dienen kann. Ein klarer Stil und eine bildhafte Sprache tragen zu seinem Erfolg genauso bei wie seine beruflichen Erfahrungen, die er als forensische Psychologe und Berater der Staatsanwaltschaft sammeln konnte. Hunter und Garcia ermitteln wieder in Los Angeles und der unvorbereitete Leser sei darauf hingewiesen, dass der Autor mit der detaillierten Beschreibung von Gräueltaten wie auch im ersten Teil nicht geizt. Ekelgefühle und ein hoher Gruselfaktor sind bei Carter Programm! Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber der Spannung durchaus zuträglich. Genau wie die kurzen Kapitel, die beim Lesen nur so dahinfliegen, endet doch fast jeder Abschnitt mit einem Cliffhanger, der den Leser begierig das Buch verschlingen lässt. Dabei treffen schonungslos geschilderte Verbrechen in ihrer brutalsten Form auf gut gezeichnete Charaktere sowie ein sehr sympathisches Ermittler-Duo. Aufgrund der persönlichen Entwicklung von Hunter und Garcia ist es aus meiner Sicht empfehlenswert, den ersten Teil der Serie, „Der Kruzifix-Killer“, im Vorfeld zu lesen. Sicherlich ist die vorausgehende Lektüre nicht zwingend erforderlich, aber an einigen Stellen wird durchaus auf den Vorgänger Bezug genommen, so dass die Geschichte dann insgesamt abgerundeter erscheinen dürfte. Hunter und Garcia werden im vorliegenden Fall mit einer Reihe abartiger Morde im vorweihnachtlichen Los Angeles konfrontiert. Die Morde überbieten sich gegenseitig in ihrer Abartigkeit und in Teilen auch Abstrusität. Dennoch wirkt das Geschehen nicht aufgesetzt oder konstruiert. Auch die neue Vorgesetzte der beiden Ermittler fügt sich als ergänzender Hauptcharakter(?) in die Geschichte ein und bietet als Figur ausreichend Potential für weitere Fälle. Wie jedoch bereits auch im ersten Teil der Reihe flacht der Roman zum großen Finale hin leider ab. Mir geht es zum Ende dann auf einmal deutlich zu schnell und - auch wenn es ein Thriller ist – sind hollywoodreife Showdown-Szenen nicht immer notwendig. Genauso wenig Sympathie konnte ich Mollie, dem Mädchen mit den übersinnlichen Fähigkeiten, bzw. ihrer Rolle in diesem Thriller entgegen bringen. In einem Krimi bzw. Thriller kann ich mich nicht mit Visionen und Übersinnlichem anfreunden, das passt für mich einfach nicht zusammen. In dem vorliegenden Buch ist es erfreulicherweise zwar nicht ausschlaggebend, hat mir jedoch nicht gefallen. Bis auf die beiden genannten Kritikpunkte hat mir „Der Vollstrecker“ außerordentlich gut gefallen und ich erwarte voller Neugier den dritten Fall, den Hunter und Garcia hoffentlich bald zu lösen haben. Aber nicht nur inhaltlich ist „Der Vollstrecker“ sehr ansprechend. Das Taschenbuch zeichnet sich bei einem durchaus akzeptablen Preis durch einen äußerst flexiblen Umschlag sowie ein Lesebändchen und blutrotes Vorsatzpapier aus. Sehr schön, dies wünsche ich mir bei jedem Taschenbuch so! weiterlesen
Gute Unterhaltung
4
Thomas Hillenbrand legt mit „Teufelsfrucht“ einen kompakten Romanerstling vor, der dem Leser das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, der tiefe, teils erschreckende Einblicke in die Lebensmittelindustrie gibt und der extrem neugierig auf Luxemburg macht. Doch ist es meiner Meinung nach zwingende Voraussetzung, dass der Leser ein Liebhaber der guten Küche ist, sich für das Kochen begeistern kann und im Idealfall auch das Küchenvokabular bereits beherrscht. Andernfalls könnte es (zu) anstrengend werden, den ehemaligen Sternekoch Xavier Kieffer auf seiner Verbrecherjagd zu begleiten. Hillenbrand schickt seine Leser von Luxemburg aus quer durch Europa und weiß dabei durch äußerst ansprechende Landschafts- und Städtebeschreibungen zu überzeugen. Ironische Seitenhiebe auf die EU-Beamten sowie berühmte Star- und Fernsehköche machen „Teufelsfrucht“ zu einem kurzweiligen Lesevergnügen. Xavier Kieffer ist ein äußerst sympathischer Protagonist und auch die anderen Charaktere sind liebevoll gezeichnet und wirken ausgereift. Doch auch wenn dem Leser ein vielfältiges Panorama von Sterneköchen, regionaler Küche, Fernseh- und Showköchen, über Gastrokritiker bis hin zur Nahrungsmittelindustrie und deren „Schandtaten“ geboten wird, richtet sich Hillenbrands Roman meiner Meinung nach dennoch nur an eine sehr begrenzte Zielgruppe. Trotz eines vorhandenen Glossars wird beim Leser das grundsätzliche „Küchenlatein“ vorausgesetzt, auch wird häufig die luxemburgische Sprache verwendet, zwei Faktoren, die das Lesevergnügen möglicherweise erheblich schmälern könnten. Alles in Allem bietet Hillenbrand dennoch einen ausgewogenen kulinarischen Krimi, der durch gute Recherche überzeugt und die Botschaft des guten und bewussten Essens transportiert. In der Hinsicht hat mich der Autor mit seinem Werk überzeugt und ich hätte gerne auf das actionfilmartige Finale verzichtet und das Buch auch in ruhigerem Fahrwasser beenden können. Wünschenswert wären eine kleine Rezeptsammlung im Anhang sowie ein Stadtplan von Luxemburg gewesen. Diese Details hätten „Teufelsfrucht“ sehr gut abgerundet, so bleibt mir zum Abschluss nur, das sehr schöne, stimmige Cover hervorzuheben. Fazit: Sicherlich ein Krimi für Gourmets und ambitionierte Hobbyköche, die auch mal den Detektiv in sich entdecken wollen. Ich persönlich freue mich auf einen potentiellen zweiten Teil. Alle anderen Krimifans sollten meiner Meinung nach von „Teufelsfrucht“ eher Abstand nehmen oder sich bewusst auf eine kurzweilige, kulinarische Geschichte mit „Verbrecherelementen“ einlassen weiterlesen
Bestsellerlistentitel mit Langeweilegarantie
2
„Verwesung“ ist nach „Die Chemie des Todes“, „Kalte Asche“ und „Leichenblässe“ der vierte Teil der Serie um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter des britischen Krimiautors Simon Beckett. Doch richtet sich meiner Meinung nach dieses Buch sicherlich nicht nur an eingefleischte Hunter-Fans, auch Beckett-Neulingen sollte der Einstieg in die Hunter-Reihe mit diesem Buch gut gelingen. Die ersten drei Geschichten um Hunter kenne ich in der Hörbuchfassung, den aktuellen Roman habe ich dank vorablesen.de als Druckwerk vorliegen. Nach diesen vier Werken von Beckett komme ich zu dem Fazit, dass Beckett ein Autor ist, an dem sich die Geister scheiden. Mit seinen Werken stürmt er seit Jahren die Bestsellerlisten und dennoch kann auch „Verwesung“ mich nicht überzeugen, mich nicht in den absoluten Beckett-Hype vieler Leserinnen und Leser ziehen, mein Verhältnis zu ihm wird zwiegespalten bleiben. Das Geschehen in „Verwesung“ ist auf zwei Zeitebenen angelegt. Zunächst wird der Leser Zeuge, wie vor acht Jahren im Dartmoor eine Frauenleiche entdeckt wird. Sie wird als eines der Opfer von Jerome Monk, einem bekannten Serienkiller, identifiziert und damit beginnt die Suche nach seinen weiteren, bisher nicht aufgefundenen Opfern. Wenig später erfolgt ein Zeitsprung in die Gegenwart, Jerome Monk ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und sinnt auf Rache… Konnten mich die Vorgänger wenigstens noch durch die detaillierten Beschreibungen der forensischen Arbeit des Anthropologen Dr. David Hunter in gewisser Hinsicht reizen, so tritt dieser Aspekt in „Verwesung“ fast gänzlich in den Hintergrund. Ein Highlight für Fans der Reihe ist sicherlich der Abstecher in Hunters Privatleben, acht Jahre zurück in die Vergangenheit, der das traurige Schicksal um seine Frau und Tochter erklärt. Für Neueinsteiger sollte dieser Ausflug in die Vergangenheit jedoch aber auch keine Verständnisprobleme mit sich bringen. Aber für meinen Geschmack war es das leider auch schon. Die Leseprobe mutete äußerst spannend an, um dann im Roman selbst schnell in sehr seichtes Fahrwasser zu geraten. Thrillermäßige Spannung habe ich vergeblich gesucht, die Geschichte plätschert vor sich hin, um in einem für meinen Geschmack total überzogenen, unglaubwürdigen Showdown zu enden. Ganz davon zu schweigen, dass selbst ein ungeübter Krimileser spätestens ab der Hälfte des Buches die Geschichte durchschaut hat und den Mörder kennt. Überraschende Wendungen sucht man als Leser leider vergebens. Sowohl Elly Griffiths (Totenpfad) und Johan Theorin (Blutstein) konnten mich in den vergangenen Monaten mit ihren „Mord-im-Moor-Geschichten“ überzeugen. Bei diesen beiden Romanen hat mich die Beschreibung der Moorlandschaft, die geheimnisvolle, teils düstere Atmosphäre dieser Naturform sehr beeindruckt. Vor meinen Augen entstand ein Bild der Schauplätze, das fast 1:1 den im Nachhinein aufgrund großer Neugier recherchierten Fotografien entsprach. Mit Becketts Natur- und Landschaftsbeschreibungen tue ich mich dagegen schwer. Für meinen Geschmack werden bestimmte Wendungen zwar oft wiederholt, aber ein plastisches Bild entsteht somit noch lange nicht vor meinen Augen, geschweige denn eine entsprechende atmosphärische Gestaltung der Szene. Gleiches gilt für die für meinen Geschmack stereotype, klischeebehaftete Zeichnung der Charaktere – einfach nur langweilig. Wenn Hannes Hintermeier in seiner Besprechung des Buches in der FAZ vom 04. März von einer vollen „Schlammpackung Langeweile“ spricht, hat er leider Recht. Dabei sind Becketts Sprache und Stil einfach und klar strukturiert, so dass seine Bücher rasch zu lesen sind. Sicherlich beherrscht Beckett auch das Handwerk, einen soliden Krimi zu schreiben, aber mehr für meinen Geschmack leider nicht. Seine Landschaftsbeschreibungen langweilen mich aufgrund einfallsloser Wiederholungen, die Handlung selber nimmt eine stereotype Entwicklung ohne Überraschungen einschließlich des unvermeidbaren Liebesaspektes und das Ende ist in Relation zum vorausgegangenen Geschehen maßlos überzogen und in dieser Dimension überflüssig. Trotz aller Kritik muss ich aber sagen, dass mir bei dieser Buchreihe die stringente Covergestaltung durch den Verlag sehr gut gefällt und leider bei Serien heutzutage keine Selbstverständlichkeit ist. Bei allen bisherigen vier Bänden der Hunter-Serie überzeugen die Umschläge durch einheitliche und schlichte, aber dennoch wirkungsvolle Gestaltung. Fazit: Für Hunter-Fans ist auch dieser neue Band der Reihe sicherlich empfehlenswert. Wer jedoch einen spannenden, anspruchsvolleren Krimi sucht, sollte nicht unbedingt zu diesem Werk greifen. weiterlesen
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