Ohne Humor ist alles nichts

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subechto Avatar

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„Letzte Ehre“ hatte ich mit Freude gelesen und auch „Bullauge“ hat mich nicht enttäuscht. Das Buch gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil geht es um den Polizisten Kay Oleander, der bei einem Einsatz zwar ein Auge, aber nicht den Humor verliert.

Im zweiten Teil steht dann Silvia Glaser, genannt Via, im Fokus. Seit einem Fahrradunfall braucht sie einen Gehstock. Dafür gibt sie der Polizei die Schuld - und sinnt auf Rache. Hat sie deshalb auf der Demo die Flasche geworfen, durch die Kay verletzt wurde? Außerdem scheint sie Kontakt zu haben, zu Rechtspopulisten mit fragwürdiger Gesinnung.

Friedrich Anis Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. „Bullauge“ ist kein klassischer Whodunnit. Denn bei Ani stehen die Figuren im Mittelpunkt. Menschen, die aus der Welt gefallen sind. Auf den ersten 200 Seiten passiert fast nichts, aber Dranbleiben lohnt sich. Der Autor setzt in seinem Roman eher auf die leisen Töne. Nichtsdestotrotz ist am Ende nicht nur ein Mord geklärt.

Fazit: Ein echter Slow Burner. Politisch und aktuell.