Das Risikowert bestimmt alles.

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Das Dream Hotel von Laila Lalami ist ein ruhiger, aber sehr eindringlicher Roman. Es geht um Identität, Kontrolle, Freiheit und darum, wie sehr unser Leben von äußeren Erwartungen bestimmt werden kann. Als die Protagonistin Sara Hussein von einer Geschäftsreise nach Los Angeles zurückkehrt und den Flughafen verlassen will, wird sie von einem Angestellten des Amts für Risikobewertung aufgehalten. Es gibt eine Möglichkeit durch die Analyse der Traumdaten fest zu stellen, ob jemand gefährlich für andere Menschen werden kann. Und Sarahs Risikowert ist zu hoch, denn die Analyse ihrer Traumdaten habe ergeben, dass sie zur Gefährdung für ihren Ehemann werden könnte. Deswegen muss sie zu seiner Sicherheit für einundzwanzig Tage unter Beobachtung stehen. An einem Ort der wie ein Gefängnis sich anfühlt. Während ihr Mann zuhause mit den zweijährigen Zwillingen auf ihre Rückkehr wartet, wird Sara in Gewahrsam genommen. Die Atmosphäre ist von Anfang an leicht unheimlich. Mir hat besonders gefallen, wie die Autorin Spannung aufbaut. Es gibt keine lauten Schockmomente, sondern viele kleine Beobachtungen, die nachdenklich machen. Das Buch hat eine besondere Stimmung. Kein leichtes Buch. Es regt zum Nachdenken an und zeigt, wie dünn die Grenze zwischen Sicherheit und Kontrolle sein kann.