Auf der Jagd nach Norwegens seltenstem Käfer
Der kleine Ort Lopperud in der Region Vestfold im Sommer 2012: Kurz nach der Totgeburt ihres Sohnes Sander flieht Biologin Eva Wist mit ihrer Hündin aus Oslo in die norwegische Provinz, um sich einem besonderen Feldprojekt über den Sommer zu widmen. Sie soll den sehr seltenen, fast ausgestorbenen Juchtenkäfer, auch Eremitenkäfer genannt, suchen. Die 33-Jährige macht schnell nach ihrer Ankunft die Bekanntschaft von Olga Frøyshov, ihrer neuen Nachbarin. Die 76-Jährige lebt als Einsiedlerin im Wald, wird von wiederkehrenden Alpträumen verfolgt und legt keinen Wert auf Gesellschaft. Doch die beiden Frauen nähern sich an und befinden sich bald auf derselben Seite eines Kampfes …
„Der Einsiedlersommer“ ist der Debütroman von Anne Sverdrup-Thygeson.
Eingeleitet von einem Prolog, setzt sich der Roman aus 99 kurzen Kapiteln zusammen. Sie erstrecken sich über drei Teile, benannt nach den Sommermonaten, in denen die Handlung spielt.
Erzählt wird die Geschichte in personaler Perspektive, im Wechsel aus der Sicht von Eva und Olga. Dazwischen sind hin und wieder Tagebucheinträge eingefügt.
In erster Linie befasst sich die Geschichte mit dem Natur- und Artenschutz. Im engeren Sinn spielt der Eremitenkäfer eine entscheidende Rolle, aber in größerem Kontext wird auch die Zerstörung der Umwelt thematisiert. Somit regt die Geschichte zum Nachdenken an.
Darüber hinaus ist der Roman aber noch weitaus vielfältiger. Es geht um Verluste, Traumata, Geheimnisse, Lebenskrisen und Verletzungen, aber auch um Freundschaft, Liebe und Selbstfindung. Dadurch bietet er einige Anknüpfungspunkte und schafft berührende Momente.
Die zwei interessanten Protagonistinnen sind einerseits sehr unterschiedlich, haben andererseits aber Gemeinsamkeiten. Die Gedanken und Gefühle der beiden Frauen werden zwar sehr gut deutlich. Dennoch hat mich vor allem Evas widersprüchliches, inkonsistentes und übergriffiges Verhalten immer wieder befremdet und irritiert.
Auf den rund 470 Seiten ist die Geschichte unterhaltsam. Da sich einige Geheimnisse und Zusammenhänge nur schrittweise offenbaren, bleibt die Handlung spannungsreich und überraschend.
In sprachlicher Hinsicht sind vor allem die eindrücklichen Naturbeschreibungen hervorzuheben. Der Schreibstil ist atmosphärisch und aufgrund vieler Dialoge lebhaft.
Die hochwertige Aufmachung der deutschen Hardcover-Ausgabe mit dem reduziert, aber hübsch gestalteten Käfer sticht positiv ins Auge. Der Titel bleibt nahe an der norwegischen Originalformulierung, die prima zum Inhalt passt.
Mein Fazit:
Mit „Der Einsiedlersommer“ hat Anne Sverdrup-Thygeson meine hohen Erwartungen zwar nicht in Gänze erfüllt. Dennoch ist das Romandebüt durchaus lesenswert.
„Der Einsiedlersommer“ ist der Debütroman von Anne Sverdrup-Thygeson.
Eingeleitet von einem Prolog, setzt sich der Roman aus 99 kurzen Kapiteln zusammen. Sie erstrecken sich über drei Teile, benannt nach den Sommermonaten, in denen die Handlung spielt.
Erzählt wird die Geschichte in personaler Perspektive, im Wechsel aus der Sicht von Eva und Olga. Dazwischen sind hin und wieder Tagebucheinträge eingefügt.
In erster Linie befasst sich die Geschichte mit dem Natur- und Artenschutz. Im engeren Sinn spielt der Eremitenkäfer eine entscheidende Rolle, aber in größerem Kontext wird auch die Zerstörung der Umwelt thematisiert. Somit regt die Geschichte zum Nachdenken an.
Darüber hinaus ist der Roman aber noch weitaus vielfältiger. Es geht um Verluste, Traumata, Geheimnisse, Lebenskrisen und Verletzungen, aber auch um Freundschaft, Liebe und Selbstfindung. Dadurch bietet er einige Anknüpfungspunkte und schafft berührende Momente.
Die zwei interessanten Protagonistinnen sind einerseits sehr unterschiedlich, haben andererseits aber Gemeinsamkeiten. Die Gedanken und Gefühle der beiden Frauen werden zwar sehr gut deutlich. Dennoch hat mich vor allem Evas widersprüchliches, inkonsistentes und übergriffiges Verhalten immer wieder befremdet und irritiert.
Auf den rund 470 Seiten ist die Geschichte unterhaltsam. Da sich einige Geheimnisse und Zusammenhänge nur schrittweise offenbaren, bleibt die Handlung spannungsreich und überraschend.
In sprachlicher Hinsicht sind vor allem die eindrücklichen Naturbeschreibungen hervorzuheben. Der Schreibstil ist atmosphärisch und aufgrund vieler Dialoge lebhaft.
Die hochwertige Aufmachung der deutschen Hardcover-Ausgabe mit dem reduziert, aber hübsch gestalteten Käfer sticht positiv ins Auge. Der Titel bleibt nahe an der norwegischen Originalformulierung, die prima zum Inhalt passt.
Mein Fazit:
Mit „Der Einsiedlersommer“ hat Anne Sverdrup-Thygeson meine hohen Erwartungen zwar nicht in Gänze erfüllt. Dennoch ist das Romandebüt durchaus lesenswert.