Die Kraft der Natur

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eliza2010 Avatar

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Ein Roman über zwei besondere Frauen, die im Einklang mit der Natur ihre Trauer überwinden und wieder neuen Lebensmut schöpfen.

Eva ist Anfang 30, als ihr Sohn Sander tot zur Welt kommt. Für sie bricht eine Welt zusammen, hatte sie sich doch so sehr auf ihr Kind gefreut. Die Hilfe ihres Partners Eirik und ihrer Mutter erdrückt sie, sodass sie Hals über Kopf einen Job in der Einöde Norwegens annimmt. Sie ist studierte Biologin und soll einen seltenen Käfer finden.

Dort begegnet sie Olga, die gänzlich zurückgezogen lebt und mit dem Schicksal ihrer Vergangenheit hadert.

Der Roman hat eine sehr dichte Erzählweise. Insgesamt spielt er über drei Monate (Juni, Juli und August), die zugleich die drei Teile des Buches markieren. Hinzu kommen Evas Tagebucheinträge über ihre Forschungen, die in kursiver Schrift abgedruckt sind.

Themen sind neben dem bereits angesprochenen Verlust ihres Kindes die Trauerbewältigung, die familiäre Herkunft und die Vaterschaft, der Naturschutz sowie Fauna und Flora Norwegens. Insgesamt kommt der Roman mit wenigen Figuren aus, dafür sind die beiden Protagonistinnen hervorragend ausgearbeitet und überzeugen auf ganzer Linie. Gerade Eva ist mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen, wobei mir auch Olga im Laufe der Geschichte immer nähergekommen ist.

Interessant fand ich den Aspekt des Zweiten Weltkriegs in dem Roman, der mir in dieser Form bisher noch nicht bekannt war.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar zu lesen und man merkt ihr die Liebe zur Natur, zu den Bäumen, dem Wald sowie den Insekten und Tieren Norwegens deutlich an. Auch die Übersetzerinnen haben sehr gute Arbeit geleistet und die Melancholie des Romans hervorragend transportiert.

Ein Roman für alle, die gerne Bücher über die Natur lesen, eine dichte Erzählweise schätzen und sich gerne mit Familienkonstellationen und menschlichen Schicksalen beschäftigen.

9/10 P.