Ein besonderer Sommer

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jidewi Avatar

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Mit den ersten Seiten spürt der Leser es direkt: dies ist kein gewöhnlicher Sommer inmitten der unvergleichbaren Weiten Norwegens, denn dieser Sommer ist besonders, anders, voller Begegnung, Emotionen, Erfahrungen und Aufarbeitung. Bestimmt von der Suche nach dem einen Insekt, diesem einem Käfer, der so klein doch so eine große Wirkung hat, treffen zwei Frauen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die doch so viel mehr vereint, als sie zunächst annehmen.

Als Biologin kann Eva das Projekt in Vestfold in einem kleinen Dorf nicht ablehnen: die Suche nach dem Eremitenkäfer, der eigentlich als ausgestorben gilt. Und der Job kommt auch zur richtigen Zeit, denn sie braucht unbedingt einen Tapetenwechsel nach einem tragischen Verlust. Vor Ort ist die Stimmung jedoch explosiv- in den Wäldern soll ein Steinbruch errichtet werden und die Einsiedlerin Olga weigert sich ihren Wald dafür herzugeben, jedoch auch Eva vor Ort nach dem Insekt forschen zu lassen, das vielleicht eine Wende bringen könnte. Während die Frauen sich langsam annähern, kommt noch viel mehr ans Tageslicht, als beide zunächst wahrhaben wollen und schlussendlich stellt sich die Frage, was an die Oberfläche gehört und was besser verborgen bleibt.

Der Stil ist einnehmend, die Geschichte leise, zart, wechselt zwischen der Handlung um das Dorf, Evas und auch Olgas Geschichte und der Suche nach dem Eremitenkäfer. Die Autorin vereint gekonnt Roman Elemente mit eindringlichen Schilderungen über die Natur. Dadurch wirkt die ganze Handlung ruhig, gesetzt und zieht den Leser in den Bann. Es gibt hier und da auch spannende Elemente, die die Stimmung anheizen, aber generell bleibt es bei einem Roman, der durch leise Töne besticht. Eine Empfehlung für alle, die umringt von Wäldern ihre innere Ruhe finden und Geschichten lieben, die dazu noch Generationen zusammenführen und emotional begleiten.