Ein lebensbejahendes Buch über die Kraft der Freundschaft und die Liebe zur Natur

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danielaela Avatar

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Anne Sverdrup-Thygesons Roman "Der Einsiedlersommer" handelt von einer jungen Biologin, Eva, die ihrem Auftrag nachgeht, in einem Dorf in Norwegen den vom aussterben bedrohten Eremitenkäfer zu suchen. Dort angekommen freundet sie sich Schritt für Schritt mit ihrer älteren Nachbarin Olga an. Die Lebenswege der beiden Frauen haben Überschneidungen, die sie einander noch näher bringen und ihnen helfen, unverarbeitete Erlebnisse aufzuarbeiten.
Eingebettet in eine wunderschöne Naturkulisse erzählt die Autorin von Schmerz, Trauer und Verlust, von Familie, Heimat und Verbundenheit, von Freundschaft und der Liebe zur vielfältigen Natur, die uns umgibt.
Auf feinfühlige Art und Weise bringt sie ihre Figuren den Leser*innen Stück für Stück näher und lässt daduch auch deren Eigenheiten nachvollziehbarer wirken. So habe ich vor allem für Olga mit jeder Seite mehr Sympathie empfinden können.
Eingewoben in die Geschichte der Gegenwart beleuchtet Sverdrup-Thygeson zudem die Vergangenheit von Olga, zeigt, wie der Krieg Familien auseinandergerissen und unfassbares Leid über die Menschen gebracht hat. In diesem Zusammenhang erfahrt die Leserschaft etwas über Olgas Familiengeheimnis, das sie nachhaltig traumatisiert und zu dem Menschen gemacht hat, der sie ist.
Sverdrup-Thygeson befasst sich in ihrem Werk zudem mit umweltpolitischen Fragstellungen. Sie zeigt ihrer Leserschaft eindrücklich, welch unterschiedliche Perspektiven bei umweltpolitischen Entscheidungen berücksichtigt werden müssen und regt dadurch zum Nachdenken an.
Ich konnte mich in den Roman ab der ersten Seite hineinvertiefen und hatte die lebendig beschriebenen Wälder, die kleine Ortschaft und die Figuren klar vor meinem inneren Auge. Dass die Autorin selbst begeisterte Naturliebhaberin und -schützerin ist, wird auf jeder Seite greifbar.
Ich mochte außerdem die Beschreibungen der Gefühlswelt der Protagonistinnen sowie der Beziehungsdynamiken und nahm die Lektüre als versöhnlich, hoffnungsvoll und lebensbejahend wahr. Dank Eva bewegt sich Olga immer weiter aus ihrem Schneckenhaus, wird mutig, am Ende sogar etwas rebellisch, und verwandelt ihre lange mit sich getragene Wut in die Stärke und den Mut, sich dem Leben auch im hohen Alter neu zu stellen.
Die Vielfältigkeit der im Roman behandelten Themen sowie der bewegende Schreibstil der Autorin haben mir unglaublich gut gefallen und mir bei jedem Zur-Hand-Nehmen des Buches Lust aufs Weiterlesen gemacht. Ein Roman, der noch eine ganze Weile nachhallte und den ich nur empfehlen kann, vor allem Personen, die ebenfalls Naturliebhaber*innen sind und sich von dieser Stimmung im Buch mitreißen lassen möchten.