Ein Neuanfang

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luise43 Avatar

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"Der Einsiedlersommer" von Anne Sverdrup-Thygeson ist ein Roman, der nachhallt. Es ist zwar eine unterhaltsame Geschichte, aber es ist auch mehr, es beinhaltet die Frage, wie wir leben wollen und dürfen.
Eva Wist ist Biologin und entflieht mit ihrer neuen Anstellung ihrem Leben, ihrem Lebensgefährten, einem schmerzhaften Verlust und auch der Stadt Oslo. Sie zieht in ein Dorf in Vestfold, auf ein einsames Grundstück inmitten urwüchsiger Wälder, sie ist auf der Suche nach dem Eremitenkäfer und darf die Wälder kartieren. Es soll hier ein Steinbruch entstehen, der hier viel Natur und Artenvielfalt zerstören würde, aber Aufschwung und Geld in die Region bringen würde.
Bald lernt sie ihre Nachbarin kennen, eine 76 jährige, die seit vielen Jahren alleine lebt und auf Bäume klettert.
Die beiden Frauen stellen sehr schnell Gemeinsamkeiten fest und freunden sich an, es hat mir gefallen zu lesen, wie sie sich ergänzten, Erinnerungen und Verluste teilen, aber auch ihre Differenzen hatten.
Mir gefällt, wieviel Wissen ich ganz nebenbei aus diesem Buch mitnehmen durfte und ich mochte auch die Natürlichkeit der Protagonistinnen. Eva ist nicht immer sympathisch und agiert somit auch sehr echt und lebensnah.
Diese Zwickmühle zwischen Natur und Fortschritt, im Kleinen wie im Großen, man fühlt hier die Verantwortung gut mit.
Das Buch liest sich leicht, hat aber schweren Inhalt, über den es sich zu reflektieren lohnt.