Eine faszinierende Geschichte voller Metaphern und Gefühl.

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"Der Eremit", dachte sie, "der seltenste Käfer Norwegens, quasi wieder auferstanden von den Toten, ein Symbol dafür, dass es immer noch Hoffnung gab."
Aber gibt es noch Hoffnung? Nach einer stillen Geburt nimmt Eva spontan eine Stelle in einem kleinen Dorf westlich von Oslo an. Dort soll sie den für ausgestorben gegoltenen Eremitenkäfer suchen und den Wald kartieren. Dabei trifft sie auf die 76jährige Olga, die sich hartnäckig weigert, ihr Grundstück, einen alten Eichenwald, zu verkaufen.
Eva hat ihrem Mann nichts von diesem Job gesagt, hat einfach ihre Tasche und Orka, den Hund, geschnappt und ist in die Wälder gezogen. Sie sucht den Käfer - und sich selbst.
Während sie durch die Wälder streift, Fallen aufstellt und dokumentiert, kommen sich die drei Einsiedler:innen näher, Eva, Olga und letzten Endes auch der Käfer.
Was für eine wunderbare Geschichte, wie viele Kreise kann man in einem Buch ziehen und wie viele Metaphern geschickt platzieren? Ich sortiere noch immer meine Gedanken und die vielen Schichten dieses Buches!
Die wunderbare Landschaft Norwegens, die ich in jeder Hörminute vor Augen hatte, ist ebenso greifbar wie Evas und auch Olgas Trauer. Erst scheint es, dass bei den Frauen Welten aufeinanderprallen doch rasch stellen sie fest, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie glauben. Eva liebt Olgas Wald, möchte ihn unbedingt schützen, denn in der Gegend soll ein Steinbruch entstehen. Und Olga möchte nicht, dass jemand ihre alten Eichen zerstört, aus vielen Gründen.
Neben dem geheimnisvollen Käfer ein weiterer Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, des Ortes: der Larvekit! Ein wunderschöner Stein, aus dem ein Denkmal für Olgas Onkel gemacht wurde, einen Helden des zweiten Weltkrieges. Auf genau dieser Säule wurde auch der Eremitenkäfer zum ersten Mal fotografiert. Und es ist ebenso jener Stein, für den die alten Eichenwälder zerstört werden sollen, der Lebensraum des Eremitenkäfers.
Erst bleibt jede der Frauen für sich. Doch bald öffnen sie sich voreinander und langsam wird beiden klar, was für sie wichtig ist, was sie bewahren wollen, wo sie tiefer graben müssen.
Olga weiht Eva in ein lang gehütetes Familiengeheimnis und das bringt ein weiteres spannendes Element hinzu.
Nach dem Einsiedlersommer ist nichts mehr, wie es war.
Fazit:
Eine faszinierende Geschichte voller Metaphern und Gefühl.