Gemeinsam einsam

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„[…] während ich nach dem Eremiten suche und dabei die Biodiversität von Insekten kartiere, soll ich auch den Zustand von Biotopen bewerten und Ausschau nach neuen halten.“ Eva verlässt für den Sommer ihren Partner und Wohnort, um sich auf die Suche nach einem seltenen Käfer zu begeben und Abstand nach einem Verlust zu gewinnen. Bei den Bewohnern ihrer neuen Heimat auf Zeit trifft sie auf unterschiedliche Interessen, wie Klimaschutz gegenüber wirtschaftlicher Entwicklung oder Interaktion gegenüber Abschottung.
Die Protagonistin ist ein zwiespältiger Charakter. Einerseits bewundere ich ihre Leidenschaft für ihre Arbeit und ihre Methodik. Andererseits sinkt sie in meinem Ansehen durch diverse Grenzüberschreitungen und ihre Entscheidungen für andere.
Obwohl sich der Roman auf knapp 500 Seiten zeitlich über drei Monate erstreckt, empfinde ich einige Entwicklungen als zu schnell, wie eine Freundschaft, die durchaus durch kleine Gesten hätte erblühen können, oder andere gar als unpassend, wie eine Affäre mit Eifersuchtsanfall.
Gut gefallen haben mir die Einschübe des wissenschaftlichen Tagebuchs ins Geschehen. Dadurch wurde eine sachliche Ebene zum Gefühlsdurcheinander geschaffen, ähnlich wie durch die Auseinandersetzung mit klimaschädlichem Verhalten. Grundsätzlich habe ich das Buch gern gelesen, auch wenn mich die Figurenzeichnung und das offene Ende nicht vollends überzeugt haben.