Gemeinsam wird alles leichter

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Anne Sverdrup - Thygeson hat mit ihrem Roman „ Der Einsiedlersommer“ eine sehr nachdenkliche Geschichte über den Natur- und Umweltschutz sowie zwischenmenschliche Beziehungen verfasst. Der Titel hat für mich eine ganz besondere Bedeutung, eigentlich gibt es gleich drei Einsiedler im Sommer 2012: Eva, die Biologin, Olga, die schon ewig in der Provinz Vestfold lebt, und natürlich der Eremit, der vom Aussterben bedrohte Käfer.
Eva braucht Zeit und Abstand zu ihrem bisherigen Leben. Sie hat die Totgeburt ihres Sohnes Sander noch nicht verwunden und hofft, hier in der Einöde dieses Ereignis besser zu verarbeiten. Die ausgeschriebene Stelle zur Suche nach dem Eremiten und der Kartographierung der bestehenden Wälder nimmt sie an, ohne sich mit ihrem Partner darüber zu verständigen. Der kann ihre Flucht nicht nachvollziehen. Lange Zeit ist unklar, wie es mit den beiden weitergeht.
In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wohnt Olga sehr zurückgezogen von allem. Aber auch Olga hat eine Geschichte zu erzählen. Genau wie Eva, hat auch sie ihre Tochter verloren. Die Autorin lässt beide Frauen ihre Sichtweisen erzählen. Irgendwie schaffen es die beiden Frauen gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Sie machen sich gegenseitig Mut ihr Leben zu leben. Olga schafft es ein Kindheitstrauma endlich zu hinterfragen und aufzuklären. Eva schafft es den Eremiten zu finden und ihr Leben wieder in geordnete Bahn zu bringen.
Auch wenn die Geschichte nur Fiktion ist, bleibt sie nachhaltig in Erinnerung und zwingt den Leser auch über Mensch und Natur nachzudenken.