Norwegens stille Naturgeheimnisse

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Eva braucht eine Pause von ihrem Alltag. Ein Schicksalsschlag hat sie aus den Bahnen geworfen und die Aufarbeitung fällt ihr schwer. Kurz entschlossen nimmt sie über die Sommermonate einen Auftrag an fernab von Oslo, ihrem Wohnort. In den uralten Wäldern, in denen die Steineiche beheimatet ist, sucht sie nach dem Einsiedlerkäfer, der als ausgestorben gilt. Sie genießt die Stille der Natur und bemüht sich jedoch gleichzeitig um Nähe zu ihrer recht eigenwilligen Nachbarin Olga, die mehr als doppelt so alt wie Eva ist. Sie kommen sich langsam näher und stellen fest, dass es durchaus Gemeinsamkeiten in ihrem Leben gibt, die verbinden. Mehr und mehr öffnet sich Olga, gibt jahrelang gehütete brisante Familiengeheimnisse preis. Eirik wiederum, der Lebenspartner von Eva, leidet unter der Funkstille, die zwischen den beiden herrscht. Damit verstärken sich die Konflikte und es baut sich ein Spannungsfeld auf.
Neben den pittoresken Naturbeschreibungen konzentriert sich Anne Sverdrup-Thygson in ihrem Roman ‘Der Einsiedlersommer‘ auf die Ausarbeitung der Charaktere ihrer Protagonisten, die sehr menschlich dargestellt sind mit ihren Schwächen und Stärken. Sie lässt ihre Liebe und Verbundenheit zur Natur intensiv in die Geschichte einfließen, beschreibt wie wichtig der Erhalt der Artenvielfalt für unser Ökosystem ist, ohne einen erhobenen Finger.
Wer gern Naturbeschreibungen liest und dabei das Leben mit seinen Höhen und Tiefen spüren möchte, dem wird dieses Buch gefallen.