Solide
In „Der Einsiedlersommer“ geht es um Eva Wist, die nach einem Verlust in ein Dorf in Vestfold zieht um den ausgestorben geglaubten Eremitenkäfer zu suchen. Dort lernt sie Olga kennen, die ihren alten Eichenwald vor einem Steinbruch schützen will. Durch die Begegnung mit ihr und der Natur findet Eva langsam aus ihrer Trauer zurück ins Leben. Das Cover passt gut zum Titel und zur naturverbundenen Atmosphäre. Der Schreibstil ist flüssig, ruhig und teils melancholisch. Die wechselnde Erzählweise aus Evas und Olgas Sicht macht beide Frauen greifbar; jede hat ihre Eigenarten, beide empfand ich als sympathisch. Leider waren einige Passagen für mich zu langatmig und detailliert, wodurch mein Interesse zwischendurch nachließ. Auch wirkliche Überraschungen blieben aus. Insgesamt ist es ein solides Buch mit schöner Grundidee, konnte mich aber nicht ganz überzeugen.