Sommerhighlight

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lisbethsalander Avatar

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Auch wenn mir die Leseprobe dieses Romans "Der Einsiedlersommer" von Anne Sverdrup-Thygeson schon sehr gut gefallen hatte, war ich trotzdem überrascht, wie sehr mich die Lektüre letzten Endes gefangen genommen und berührt hat! Schon das Cover ist wunderschön und sehr speziell gestaltet und ließ mich das Buch immer wieder gerne zur Hand nehmen! Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 33jährige Biologin Eva, die sich nach einem schweren Schicksalsschlag in die einsame Natur Norwegens zurückzieht, um dort einen Auftrag der Gemeinde anzunehmen, nämlich den seltenen "Eremitenkäfer" zu suchen, von dem man nicht weiß, ob er als ausgestorben gilt. Hier lernt sie die mehr als doppelt so alte Einsiedlerin Olga kennen. Die Annäherung der beiden Frauen geht langsam vor sich, nicht nur das hat die Autorin ganz wunderbar beschrieben. Eva und Olga verbindet mehr als sie anfangs selber glauben, doch diesbezüglich möchte ich nicht zu viel vorwegnehmen. Eva verbringt den gesamten Sommer in Norwegens Einsamkeit und hat der Hauptstadt Oslo, ihrem eigentlichen Wohnort, wo sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Eirik zu Hause ist, den Rücken kehrt. Die junge Frau war für mich eine sympathische Protagonistin, auch wenn ich sie so manches Mal schütteln mochte, weil einige Handlungsweisen sehr unreflektiert waren, und sie Menschen verletzt hat, ohne es eigentlich wirklich zu wollen. Kann man im Alter von 33 noch von zu wenig Lebenserfahrung sprechen? Da war ich mir manchmal nicht sicher! Egal - Anne Sverdrup-Thygeson hat mich mit ihrem Roman sowohl sehr berührt als auch perfekt unterhalten. Ich mochte den Schreibstil und die Themen, die im Mittelpunkt stehen. Naturschutz contra neue Arbeitsplätze, Freundschaften zwischen zwei altersmäßig sehr unterschiedlichen Frauen, was zählt wirklich im Leben, und wie sehr kann die Natur uns helfen, Verletzungen zu heilen, die uns das Leben zufügt. Die klitzekleinen Schwächen, die eventuell anzumerken wären, wie ein paar Längen in der Mitte, konnten nicht von der Tatsache ablenken, dass es sich für mich um einen perfekten Sommerroman mit Tiefgang handelte, der mich großartig unterhalten hat! Auch das Ende war weder kitschig noch zu vage, so dass ich das Buch sehr zufrieden zugeschlagen habe und eine unbedingte Leseempfehlung ausspreche!