Über die Natur und eine außergewöhnliche Freundschaft

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smilla.liest Avatar

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Mit "Der Einsiedlersommer" ist Anne Sverdrup-Thygeson ein eindrucksvoll vielschichtiger Roman gelungen. Vordergründig geht es um um die norwegische Natur, aber letztendlich um so viel mehr: um Verlust und Trauer, um Liebe, Freundschaft und Familie.

Im kleinen norwegischen Dorf Vestfold treffen zwei ganz unterschiedliche Frauen aufeinander: die Biologin Eva, die zwischen uralten Eichenbäumen nach dem ausgestorben geglaubten Eremitenkäfer sucht und die exzentrische Olga, die sich sehr vom Dorfleben abkapselt. Über die Liebe zur Natur knüpft sich eine ganz besondere Frauenfreundschaft und überwinden zusammen die Grenzen der Einsamkeit.

Nicht nur Eva und Olga verblüffen mit ihrer Charakterentwicklung, auch das Dorf und seine Einwohner überraschen mit dem ein oder anderen Geheimnis. Nicht alles wird komplett aufgelöst, sondern wird gewollt offen gelassen, was zum Nachdenken anregt.

Die Figuren sind vielschichtig und authentisch gezeichnet, auch wenn ich ihrem Handeln nicht immer mit vollem Herzen zustimmen konnte.

Die Autorin verwebt gekonnt persönliche Themen mit hochaktuellen gesellschaftlichen Themen wie Umweltschutz und verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen der Natur.

Besonders gelungen sind auch die Beschreibung der wunderschönen Natur im norwegischen Sommer und die realistische Schilderung von Evas Feldarbeit. Man merkt einfach, dass die Autorin selbst Biologin ist und viel eigenes Wissen in den Roman einfließen ließ.

Fazit: ein Sommerroman, der durch seine ruhige und eindringliche Art berührt!