Verzweifelte Suche nach einem Käfer und dem Weg aus der Trauer
„Der Einsiedlersommer“ von Anne Sverdrup-Thygeson ist ein stiller, aber doch kraftvoller Roman. Gerade den detailreichen Naturbeschreibungen merkt man den beruflichen Hintergrund der Autorin an, was den Roman für mich einzigartig macht. Es geht aber nicht nur um Umwelt- und Naturschutz, vermeintlich ausgestorbene Käfer und beeindruckende Wälder, sondern um ein sehr bewegendes menschliches Thema. Eva verliert nämlich ihren Sohn Sander und nach dessen Stillgeburt, flüchtet sie sich mit ihrer Trauer in eine neue Aufgabe. Und auch ihre langsam entstehende Freundschaft mit Nachbarin Olga, liest sich emotional. Der Schreibstil sorgt dafür mühelos durchs Buch zu kommen und gefiel mir richtig gut. Eva ist eine authentische Protagonistin, mit so einigen Ecken und Kanten. Nicht jedes Verhalten muss man finde ich gut und richtig finden, die Handlung ist aber dennoch soweit stimmig. Einige Überraschungen des Plots sind nicht so schwer zu erraten, anderes kommt dafür aus dem Nichts. Dadurch entsteht ein guter Lesefluss und eine dezente aber stetige Spannung. Da der Roman meine Erwartungen erfüllte und ich mich mühelos in der Geschichte verlieren konnte, vergebe ich gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!