Wenn die Natur die Seele heilt.

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annetttaube Avatar

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Ich habe die Lesestunden sehr genossen, mit dieser wunderbaren Geschichte. Zuerst kommt das persönliche Drama, die stille Geburt von Evas und Eiriks Baby. Daran zerbricht fast die Beziehung und Eva will eine Auszeit nehmen, um wieder mit sich und ihrem Gefühlschaos, mit Eirik, und mit der Welt im allgemeinen, ins Reine zu kommen. Da kommt der Auftrag, einen seltenen, vom Aussterben bedrohten Käfer zu suchen, wie gerufen. Gesucht wird er, damit die Art noch eine Chance hat zu überleben und die Lebensräume des Käfers, uralte Eichenwälder, nicht abgeholzt werden. Mit dieser Aufgabe betraut, flüchtet Eva quasi aufs Land. Als ob dies alles nicht schon genug wäre, trifft sie dort auf eine etwas skurrile Nachbarin. Was erst schwierig erscheint, entwickelt sich, wenn auch holprig, zu einer Freundschaft. Denn beide Frauen stellen, trotz großem Altersunterschied fest, dass sie doch einiges verbindet. Und die Wälder, mit ihren uralten Eichen, haben eine meditative, heilende Wirkung auf Eva.
Sie und auch alle anderen Protagonisten dieses Romans sind wunderbar beschrieben, deren Charaktere und Entwicklungen werden glaubhaft dargestellt. Der Gegensatz von Naturschutz und gesellschaftlichen Wohlstand ist eines der Grundthemen des Buches. Aber auch historische Ereignisse und Begebenheiten im Hier und Jetzt wurden gekonnt miteinander verwoben. Das mag jetzt in der Beschreibung so rüber kommen, als sei der Roman zu ambitioniert und überfrachtet. Doch dies ist nicht Fall. Alles ist wunderbar ausgewogen und akzentuiert. Der Schreibstil lässt einen gern stundenlang in der Geschichte versinken. Das Cover ist schön gestaltet. Gefällig auffällig. Der Käfer darauf entspringt künstlerischer Freiheit und ähnelt dem wirklichen Juchtenkäfer (auch Eremit genannt) nicht wirklich.
Fazit: wunderbare Sommerlektüre mit Tiefgang. Gerne mehr von der Autorin.