Zwischen alten Eichen und neuen Wegen!

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frangipani Avatar

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Manche Bücher sind laut, andere flüstern. Dieses hier gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.

Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, durch einen norwegischen Wald zu streifen, das Rascheln der Blätter zu hören und den Duft von Moos und Erde wahrzunehmen. Die Natur ist in diesem Roman nicht nur Kulisse, sondern ein eigener Charakter - lebendig, tröstend und voller Geschichten.

Im Mittelpunkt steht Eva, die nach einem schweren Verlust versucht, in einem kleinen Dorf einen Neuanfang zu wagen. Die Suche nach dem seltenen Eremitenkäfer ist dabei nur der Ausgangspunkt für eine viel größere Reise. Es geht um Trauer, Erinnerungen, Freundschaft und die Frage, was wir bewahren möchten - in der Natur ebenso wie in unserem eigenen Leben.

Besonders berührt hat mich die Beziehung zwischen Eva und ihrer älteren Nachbarin Olga. Zwei Frauen aus unterschiedlichen Generationen, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben und doch mehr miteinander verbindet, als zunächst sichtbar wird. Ihre Begegnungen gehören für mich zu den schönsten Momenten des Buches.

Was mir außerdem sehr gefallen hat: Die Autorin vermittelt viel Wissen über Natur, Artenvielfalt und Naturschutz, ohne jemals belehrend zu wirken. Alles fügt sich ganz selbstverständlich in die Geschichte ein. Man lernt etwas - und fühlt gleichzeitig mit den Figuren.

Der Schreibstil ist ruhig, warm und angenehm zu lesen. Es ist kein Buch voller dramatischer Wendungen, sondern eines, das sich langsam entfaltet und dabei lange nachhallt.

Für mich ein berührender Roman über Verlust, Hoffnung, Freundschaft und die heilende Kraft der Natur. Wer Geschichten liebt, die entschleunigen und gleichzeitig zum Nachdenken anregen, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Für mich war es wie ein Spaziergang durch einen alten Wald - ruhig, kraftvoll und voller kleiner Entdeckungen.