Eindrucksvoll berührend
Lange stand Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens ungelesen im Regal. Ich war überzeugt, dass mich endlose Naturbeschreibungen erwarten würden. Genau das hat mich zunächst abgeschreckt.
Schon nach den ersten Kapiteln war klar, dass ich falsch lag. Als Kya morgens allein im Boot sitzt, kaum älter als ein Kind, und begreift, dass niemand mehr zurückkommt, hat mich diese Stille mehr getroffen als jede dramatische Szene es gekonnt hätte. Dieses Verlassenwerden geschieht schrittweise, fast beiläufig, und gerade deshalb wirkt es so endgültig.
Die Marsch ist ständig präsent. Nicht als Dekoration, sondern als Lebensraum, der Kya ernährt und gleichzeitig isoliert. Wenn sie Muscheln sortiert oder Vögel beobachtet, spürt man, wie sie sich eine Ordnung schafft, die ihr sonst fehlt. Ich habe diese Passagen langsamer gelesen, weil sie etwas Beruhigendes hatten, obwohl sie von Einsamkeit erzählen.
Der Mordfall, der Jahre später verhandelt wird, hat mich neugierig gemacht, aber nicht in erster Linie wegen der Spannung. Eindrücklicher fand ich die Szenen im Gerichtssaal, in denen über Kya gesprochen wird, als wäre sie ein Wesen aus einer anderen Welt. Diese Mischung aus Neugier und Verachtung ihr gegenüber hat mich wütend gemacht.
Nicht jede Liebesszene hat mich überzeugt. Manches wirkte auf mich etwas zu sehr aufgeladen. Dennoch blieb Kya für mich greifbar, besonders in den Momenten, in denen sie misstrauisch bleibt, obwohl sie sich Nähe wünscht.
Ich hatte ein Naturbuch erwartet und stattdessen eine Geschichte über Einsamkeit, Selbstbehauptung und darüber, wie sehr Vorurteile ein Leben formen können. Am Ende ging es für mich weniger um die Auflösung des Falls als um die Frage, was aus einem Menschen wird, wenn er von Anfang an allein steht.
Schon nach den ersten Kapiteln war klar, dass ich falsch lag. Als Kya morgens allein im Boot sitzt, kaum älter als ein Kind, und begreift, dass niemand mehr zurückkommt, hat mich diese Stille mehr getroffen als jede dramatische Szene es gekonnt hätte. Dieses Verlassenwerden geschieht schrittweise, fast beiläufig, und gerade deshalb wirkt es so endgültig.
Die Marsch ist ständig präsent. Nicht als Dekoration, sondern als Lebensraum, der Kya ernährt und gleichzeitig isoliert. Wenn sie Muscheln sortiert oder Vögel beobachtet, spürt man, wie sie sich eine Ordnung schafft, die ihr sonst fehlt. Ich habe diese Passagen langsamer gelesen, weil sie etwas Beruhigendes hatten, obwohl sie von Einsamkeit erzählen.
Der Mordfall, der Jahre später verhandelt wird, hat mich neugierig gemacht, aber nicht in erster Linie wegen der Spannung. Eindrücklicher fand ich die Szenen im Gerichtssaal, in denen über Kya gesprochen wird, als wäre sie ein Wesen aus einer anderen Welt. Diese Mischung aus Neugier und Verachtung ihr gegenüber hat mich wütend gemacht.
Nicht jede Liebesszene hat mich überzeugt. Manches wirkte auf mich etwas zu sehr aufgeladen. Dennoch blieb Kya für mich greifbar, besonders in den Momenten, in denen sie misstrauisch bleibt, obwohl sie sich Nähe wünscht.
Ich hatte ein Naturbuch erwartet und stattdessen eine Geschichte über Einsamkeit, Selbstbehauptung und darüber, wie sehr Vorurteile ein Leben formen können. Am Ende ging es für mich weniger um die Auflösung des Falls als um die Frage, was aus einem Menschen wird, wenn er von Anfang an allein steht.