Atmosphärischer Krimi mit kleinen Schwächen

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„Der letzte Schrei“ von Yonatan Sagiv ist ein spannender und ungewöhnlicher Kriminalroman, der vor allem durch seine besondere Atmosphäre überzeugt. Die Handlung spielt in Tel Aviv und begleitet den Protagonisten Oded Hefer, der eher unfreiwillig in eine Mordermittlung gerät. Besonders gelungen ist die lebendige Darstellung der Stadt und ihrer verschiedenen Facetten – beim Lesen bekommt man schnell ein Gefühl für die Umgebung und die Stimmung der Geschichte.

Auch die Hauptfigur wirkt erfrischend anders als viele typische Krimihelden. Oded ist nicht perfekt, sondern manchmal unsicher, chaotisch und dadurch sehr menschlich. Das macht ihn sympathisch und sorgt stellenweise auch für humorvolle Momente.

Allerdings hat das Buch auch ein paar kleinere Schwächen. Einige Passagen ziehen sich etwas in die Länge, und nicht alle Nebenfiguren werden gleich stark ausgearbeitet. Dadurch verliert die Handlung zwischendurch etwas an Tempo.

Insgesamt ist „Der letzte Schrei“ aber ein lesenswerter Krimi mit interessanten Figuren und einer besonderen Atmosphäre. Wer Krimis mag, die nicht nur auf Spannung, sondern auch auf Charaktere und Stimmung setzen, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.