Eine Straße und ihre Menschen
"Eine ganz normale Straße in einer ganz normalen Stadt"
Das ist sie, die Heidestraße und die Menschen, die sie beleben.
Robert Seethaler nimmt uns mit auf eine Straße zu ihren Bewohnenden. Innerhalb eines Jahres hören wir von Schicksalen, Begebenheiten und absonderlichen Situationen, die in dieser Straße, der Heidestrasse, passieren.
Da gibt es beispielsweise einen etwas eigentümlich anmutenden Antiquitar, der sein Ladengeschäft in der Heidestraße bezieht. Neben anfänglichen Renovierungsschwierigkeiten hat dieser auch mit Bücherwürmern und der Feuchtigkeit zu kämpfen. Da ist diese junge Frau, die in die Wohnung ihrer Tante einzieht, als diese im nahe gelegenen Altenheim "Abendschein" untergebracht wird und wir sind Zeuge eines Stadtfestes, das im November begangen wird und mit einem Polizeieinsatz endet. Wir begleiten viele Gespräche in der ansässigen Kneipe, in der Metzgerei oder der Bäckerei, ebenso sind wir live in der Praxissprechstunde des Arztes Doktor Aysal dabei. Hier erfahren wir von einer unglücklich verliebten Blumenhändlerin, einem Pastor, der seinen Beruf nicht mehr ausüben kann und einem Investor mit großen Plänen, die aber nicht alle zu teilen scheinen. Und was ist eigentlich mit den toten Tauben auf der Straße passiert?
Das besondere des Romans ist für mich die Erzählweise. Es handelt sich bei "Die Straße" nicht um einen klassisch geschriebenen Roman. Vielmehr hat sich Seethaler hier für kurze Abschnitte entschieden, in denen sich die Leserschaft nach und nach die Handlung erschließt. Mit Dialogen, Polizeiberichten oder beispielsweise Protokollen und Briefen ergründen die Lesenden die Geschehnisse eines Jahres in der Heidestrasse und ihrer Protagonisten*innen. Dabei macht es Seethaler den Lesenden nicht immer ganz leicht. Es war für mich kein flüssig zu lesender Roman sondern eine besondere Form, in der ich mich erst zurecht finden musste und nach und nach aber gut reingefunden habe. Ich mochte diese Art der Erzählstruktur schließlich sehr gerne, da mir nicht sofort alles direkt „präsentiert“ wurde und die Spannung für mich somit bis zum Schluss aufrechterhalten wurde. Die Idee, verschiedene Personen einer Straße zu begleiten, hat mich ebenso sehr angesprochen. So ist es für mich nicht unbedingt ein Roman mit einer Geschichte sondern vielen kleinen und größeren parallel erzählten Geschichten, die einem gemeinsamen roten Faden folgen.
Meiner Meinung nach ein absolutes Must–Read für alle Seethaler- Fans und für alle, die sich auf eine außergewöhnliche Erzählstruktur einlassen möchten. Ich habe das Buch auf jeden Fall sehr gerne gelesen.
Das ist sie, die Heidestraße und die Menschen, die sie beleben.
Robert Seethaler nimmt uns mit auf eine Straße zu ihren Bewohnenden. Innerhalb eines Jahres hören wir von Schicksalen, Begebenheiten und absonderlichen Situationen, die in dieser Straße, der Heidestrasse, passieren.
Da gibt es beispielsweise einen etwas eigentümlich anmutenden Antiquitar, der sein Ladengeschäft in der Heidestraße bezieht. Neben anfänglichen Renovierungsschwierigkeiten hat dieser auch mit Bücherwürmern und der Feuchtigkeit zu kämpfen. Da ist diese junge Frau, die in die Wohnung ihrer Tante einzieht, als diese im nahe gelegenen Altenheim "Abendschein" untergebracht wird und wir sind Zeuge eines Stadtfestes, das im November begangen wird und mit einem Polizeieinsatz endet. Wir begleiten viele Gespräche in der ansässigen Kneipe, in der Metzgerei oder der Bäckerei, ebenso sind wir live in der Praxissprechstunde des Arztes Doktor Aysal dabei. Hier erfahren wir von einer unglücklich verliebten Blumenhändlerin, einem Pastor, der seinen Beruf nicht mehr ausüben kann und einem Investor mit großen Plänen, die aber nicht alle zu teilen scheinen. Und was ist eigentlich mit den toten Tauben auf der Straße passiert?
Das besondere des Romans ist für mich die Erzählweise. Es handelt sich bei "Die Straße" nicht um einen klassisch geschriebenen Roman. Vielmehr hat sich Seethaler hier für kurze Abschnitte entschieden, in denen sich die Leserschaft nach und nach die Handlung erschließt. Mit Dialogen, Polizeiberichten oder beispielsweise Protokollen und Briefen ergründen die Lesenden die Geschehnisse eines Jahres in der Heidestrasse und ihrer Protagonisten*innen. Dabei macht es Seethaler den Lesenden nicht immer ganz leicht. Es war für mich kein flüssig zu lesender Roman sondern eine besondere Form, in der ich mich erst zurecht finden musste und nach und nach aber gut reingefunden habe. Ich mochte diese Art der Erzählstruktur schließlich sehr gerne, da mir nicht sofort alles direkt „präsentiert“ wurde und die Spannung für mich somit bis zum Schluss aufrechterhalten wurde. Die Idee, verschiedene Personen einer Straße zu begleiten, hat mich ebenso sehr angesprochen. So ist es für mich nicht unbedingt ein Roman mit einer Geschichte sondern vielen kleinen und größeren parallel erzählten Geschichten, die einem gemeinsamen roten Faden folgen.
Meiner Meinung nach ein absolutes Must–Read für alle Seethaler- Fans und für alle, die sich auf eine außergewöhnliche Erzählstruktur einlassen möchten. Ich habe das Buch auf jeden Fall sehr gerne gelesen.