Schwierige Zeiten

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
knetbert Avatar

Von

Stanley lebt Ende der 50er Jahre mit seinen Eltern und Schwester Caldonia in East Texas, wo die Uhren noch ein wenig langsamer schlagen als anderenorts.

Er verbringt viel Zeit mit seinem Hund Nub und seinem Freund Richard, der fast wie Huck Finn für ihn ist. Seine Eltern sind recht streng, erst recht, als der Vater bei der Schwester ein wohl gebrauchtes Kondom findet. Sie behauptet allerdings, eine eifersüchtige Mitschülerin, die vorher mit ihrem Freund Chester zusammen war, hätte ihr das untergeschoben.

Stanley kann die ganze Aufregung nicht verstehen. Er kommt einem teilweise etwas zurückgeblieben vor, lebt in seiner eigenen Welt und versteht Vieles noch nicht, das ein 13-Jähriger eigentlich schon begreifen müsste im Grunde genommen...

Das Bild, das Lansdale hier zeichnet, ist charakteristisch und sicherlich fundiert recherchiert, dafür kennt man ihn mittlerweile. Vielleicht ist mit diesem Riss der zwischen den Rassen gemeint, denn leider werden in diesen Jahren Schwarze immer noch wie Menschen zweiter Klasse behandelt, was ganz deutlich dadurch wird, dass sich Stanley eigentlich nicht mit der schwarzen Haushaltskraft abgeben darf, die er aber sehr ins Herz geschlossen hat und mehr anvertraut als Richard.

Der Autor bringt einem gerade die Atmosphäre dieser schwierigen Zeit sehr gut nahe und bedient sich eines sehr offenen, eindringlichen Schreibstils, der mir gut gefallen hat. Nicht atemberaubend spannend, aber es ist ja auch kein Thriller !
Diese Mischung aus Krimi und Abenteuerroman gefällt mir ausnehmend gut bisher und ich möchte sehr gern weiterlesen !