Zwischen Schleckmuschel und Rassismuserfahrung
Schon der Einstieg macht neugierig: Zwei Frauen, die seit ihrer Kindheit eng verbunden sind, sprechen in einer gemeinsamen Sprache voller Insider und Erinnerungen. Die anschließende Rückblende in den Kindergarten zeigt schnell, wie tief diese Freundschaft verwurzelt ist und deutet gleichzeitig an, dass hinter ihr weit mehr steckt als bloße Nostalgie.
Besonders gefallen hat mir die Sprache: Sie ist lebendig, warm und nah an ihren Figuren, ohne gekünstelt zu wirken. Die Szenen zwischen Honey und Blondie haben Witz und Herz, und der Roman schafft es, eine intensive emotionale Verbindung zwischen den beiden bereits auf den ersten Seiten glaubhaft zu machen.
Spannend finde ich außerdem die Perspektive einer koreanischstämmigen Protagonistin. Postmigrantische Geschichten in Deutschland erzählen häufig von türkischen, arabischen oder südosteuropäischen Familien und eine koreanische Familiengeschichte begegnet einem dagegen noch viel zu selten.
Besonders gelungen ist, dass Honey trotz ihrer Rassismuserfahrungen dieselben kulturellen Bezugspunkte teilt wie viele andere Kinder, die in den 90ern und frühen 2000ern in Deutschland aufgewachsen sind: Pumuckl, Barbie, Benjamin Blümchen oder das Wellenbad gehören selbstverständlich zu ihrer Kindheit. Der Romaneinstieg macht damit ganz beiläufig deutlich, dass Zugehörigkeit und Ausgrenzung nebeneinander existieren können.
Etwas zwiegespalten bin ich bei der Fülle dieser Referenzen. Die vielen Anspielungen auf die 90er und frühen 2000er, ebenso wie die sehr zahlreichen Insider zwischen Honey und Blondie, erzeugen zwar eine starke Atmosphäre, wirken in der Summe aber manchmal etwas überladen. Gerade Begriffe wie der titelgebende „Schleckmuschelmoment“ scheinen die Nostalgie fast ein wenig zu forcieren. Weniger wäre hier für meinen Geschmack mehr gewesen.
Insgesamt hinterlässt die Leseprobe dennoch einen sehr positiven Eindruck. Die Figuren sind sofort greifbar, die Freundschaft zwischen Honey und Blondie wirkt außergewöhnlich innig, und die Verbindung aus Kindheitserinnerungen, Identität und Rassismuserfahrungen verspricht einen Roman, der weit mehr sein möchte als bloße 90er-Jahre-Nostalgie. Ich bin gespannt, wie sich diese besondere Beziehung und das angedeutete Geheimnis im weiteren Verlauf entwickeln.
Besonders gefallen hat mir die Sprache: Sie ist lebendig, warm und nah an ihren Figuren, ohne gekünstelt zu wirken. Die Szenen zwischen Honey und Blondie haben Witz und Herz, und der Roman schafft es, eine intensive emotionale Verbindung zwischen den beiden bereits auf den ersten Seiten glaubhaft zu machen.
Spannend finde ich außerdem die Perspektive einer koreanischstämmigen Protagonistin. Postmigrantische Geschichten in Deutschland erzählen häufig von türkischen, arabischen oder südosteuropäischen Familien und eine koreanische Familiengeschichte begegnet einem dagegen noch viel zu selten.
Besonders gelungen ist, dass Honey trotz ihrer Rassismuserfahrungen dieselben kulturellen Bezugspunkte teilt wie viele andere Kinder, die in den 90ern und frühen 2000ern in Deutschland aufgewachsen sind: Pumuckl, Barbie, Benjamin Blümchen oder das Wellenbad gehören selbstverständlich zu ihrer Kindheit. Der Romaneinstieg macht damit ganz beiläufig deutlich, dass Zugehörigkeit und Ausgrenzung nebeneinander existieren können.
Etwas zwiegespalten bin ich bei der Fülle dieser Referenzen. Die vielen Anspielungen auf die 90er und frühen 2000er, ebenso wie die sehr zahlreichen Insider zwischen Honey und Blondie, erzeugen zwar eine starke Atmosphäre, wirken in der Summe aber manchmal etwas überladen. Gerade Begriffe wie der titelgebende „Schleckmuschelmoment“ scheinen die Nostalgie fast ein wenig zu forcieren. Weniger wäre hier für meinen Geschmack mehr gewesen.
Insgesamt hinterlässt die Leseprobe dennoch einen sehr positiven Eindruck. Die Figuren sind sofort greifbar, die Freundschaft zwischen Honey und Blondie wirkt außergewöhnlich innig, und die Verbindung aus Kindheitserinnerungen, Identität und Rassismuserfahrungen verspricht einen Roman, der weit mehr sein möchte als bloße 90er-Jahre-Nostalgie. Ich bin gespannt, wie sich diese besondere Beziehung und das angedeutete Geheimnis im weiteren Verlauf entwickeln.