Eine furchteinflößende Geschichte, die aber braucht, bis sie ins Rollen kommt

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kurzundbuch Avatar

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Linwood Barclays Komm spielen hat mich sofort angesprochen – das Cover, der Klappentext und dann noch der Vergleich mit Stephen King. Genau diese Mischung aus Kleinstadtatmosphäre, unterschwelligem Horror und etwas Übernatürlichem hat mich neugierig gemacht. Fakt ist aber: ich habe Angst bekommen. 😬😂

Die Geschichte beginnt zunächst eher ruhig. Annie zieht nach einem schwierigen Jahr mit ihrem kleinen Sohn Charlie von New York in das abgelegene Castle Creek, um Abstand zu gewinnen und neu anzufangen. Doch schnell wird klar, dass dieser Ort alles andere als friedlich ist. Zwischen merkwürdigen Vorfällen, seltsamen Bewohnern und einer spürbaren Bedrohung entsteht nach und nach ein unangenehmes Gefühl, das sich immer weiter verdichtet.

Besonders mochte ich die Atmosphäre des Buches. Linwood Barclay erzählt sehr bildhaft und schafft es, diese Mischung aus Idylle und unterschwelliger Gefahr greifbar zu machen. Die Handlung wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit und setzt sich Stück für Stück zusammen. Vor allem der geheimnisvolle Spielzeugladen beziehungsweise die Modelleisenbahn-Idee fand ich originell und irgendwie herrlich verstörend.

Allerdings brauchte das Buch für mich etwas, um richtig Fahrt aufzunehmen. Der Mittelteil konnte mich dann deutlich mehr packen und ab da wollte ich unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt. Gerade dieses langsame Hineingleiten ins Unheimliche hat für mich gut funktioniert.

Das Ende dagegen hat mich etwas unzufrieden zurückgelassen. Nach dem starken Aufbau wirkte die Auflösung auf mich zu plötzlich und nicht ganz so intensiv, wie ich es mir erhofft hatte. Einige Dinge blieben für mein Gefühl auch etwas offen.

Trotzdem fand ich diesen Ausflug ins Mystery- und Horrorgenre insgesamt gelungen. Kein perfektes Buch, aber atmosphärisch stark, stellenweise richtig spannend und definitiv etwas anderes als ein klassischer Thriller. Für mich irgendwo zwischen 3,5 und 4 Sternen.