Traumatische Kindheit
"Schlaf" von Honor Jones, erschienen im März 2026 bei Ullstein, 384 Seiten. Aus dem Englischen übersetzt von Claudia Voit.
New Jersey:
In einem herrschaftlichen Haus wächst Margaret gemeinsam mit ihrem Bruder Neal in besten gesellschaftlichen Verhältnissen auf. Margarets Mutter "herrscht" geradezu in diesem Haus, ist immer wieder unnahbar und dann wieder zu unberechenbaren Reaktionen imstande.
Eines Tages entdeckt Margaret im Badezimmer ein Loch in der Wand, in der sie eine Kamera findet. Es stellt sich heraus, dass ihr Bruder diese dort versteckt hat, um sie mit seinen Kumpels zu filmen. Als Margaret ihn vor ihrer Mutter damit konfrontiert und möchte, dass sie das Videoband abspielt, steht ihre Mutter ihr nicht bei und vermeidet die Konfrontation. Immer wieder kommt es zu Situationen, in denen Neill nachts in Margarets Zimmer kommt. Margaret stellt sich schlafend. Sie weiß sich in den Situationen nicht zu helfen, da es laut der Mutter untersagt ist, die Zimmertüren abzuschließen - aus Brandschutzgründen. Margaret ist auf sich allein gestellt. Auf ihre Mutter kann sie sich nicht verlassen.
"Sie ließ das Licht an. Sie blieb so lange wach, wie sie konnte, bis tief in die langen Stunden des Erwachsenenabends, und dann noch länger, bis in die dunkle Verlassenheit."
Nach 25 Jahren lebt Margaret gemeinsam mit ihren beiden Töchtern in New York. Sie hat sich von ihrem Mann Ezra getrennt und beide teilen sich das Sorgerecht. Immer wieder treten für Margaret die Schatten der Vergangenheit zutage, immer wieder hat sie mit den Nachwirkungen ihrer Kindheit und Jugend zu kämpfen. Nachts kann Margaret kaum schlafen, bei Geräuschen empfindet sie Paniksignale. Insbesondere bei der Erziehung ihrer Töchter begleitet Margaret eine permanente Angst, dass den beiden etwas zustoßen könnte. Mit ihrer Mutter Elizabeth pflegt Margaret eine distanzierte Mutter-Tochter-Beziehung. Zu viele Verletzungen musste Margaret erfahren und zu viel Unausgesprochenes steht zwischen ihnen. Immer noch versucht Elizabeth Margaret zu bevormunden und zeigt deutlich ihre Missbilligung für deren Lebensstil. Als Elizabeth allerdings plötzlich unheilbar krank wird, kehrt Margaret zurück ins Haus der Eltern und muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Insbesondere da ihr Bruder Neal ebenfalls mit seiner Familie vor Ort ist und seine eigenen Interessen verfolgt...
"Schlaf" ist der Debütroman von Honor Jones, in dem sie in sieben Teilen die Beziehung von Margaret und ihrer Mutter beschreibt. Überaus gelungen fand ich, dass Vergangenheit und Gegenwart dabei besonders gut ineinandergreifen. Der Roman springt zwischen den beiden Zeitebenen hin und her und schafft so, den Lesenden die Auswirkungen von Margarets Traumata als Erwachsenen Frau und Mutter näherzubringen. Die Folgen der Kindheitstraumata im Erwachsenenalter insbesondere in Bezug auf die eigene Mutterrolle fand ich gut beschrieben, auch wie sich Margaret diesen stellt. Ebenso wurde meiner Meinung nach den Lesenden die Mutter-Tochter-Beziehung sehr bildhaft dargestellt. Die Beziehung mit Margarets Bruder im Erwachsenenalter, vor allem die Auseinandersetzung über die Traumata fand ich am Schluß ein bisschen zu verkürzt geschildert. Insgesamt aber ein Buch, das ich gerne gelesen habe und allen empfehlen kann, die sich für Romane über familiäre Traumata interessieren.
New Jersey:
In einem herrschaftlichen Haus wächst Margaret gemeinsam mit ihrem Bruder Neal in besten gesellschaftlichen Verhältnissen auf. Margarets Mutter "herrscht" geradezu in diesem Haus, ist immer wieder unnahbar und dann wieder zu unberechenbaren Reaktionen imstande.
Eines Tages entdeckt Margaret im Badezimmer ein Loch in der Wand, in der sie eine Kamera findet. Es stellt sich heraus, dass ihr Bruder diese dort versteckt hat, um sie mit seinen Kumpels zu filmen. Als Margaret ihn vor ihrer Mutter damit konfrontiert und möchte, dass sie das Videoband abspielt, steht ihre Mutter ihr nicht bei und vermeidet die Konfrontation. Immer wieder kommt es zu Situationen, in denen Neill nachts in Margarets Zimmer kommt. Margaret stellt sich schlafend. Sie weiß sich in den Situationen nicht zu helfen, da es laut der Mutter untersagt ist, die Zimmertüren abzuschließen - aus Brandschutzgründen. Margaret ist auf sich allein gestellt. Auf ihre Mutter kann sie sich nicht verlassen.
"Sie ließ das Licht an. Sie blieb so lange wach, wie sie konnte, bis tief in die langen Stunden des Erwachsenenabends, und dann noch länger, bis in die dunkle Verlassenheit."
Nach 25 Jahren lebt Margaret gemeinsam mit ihren beiden Töchtern in New York. Sie hat sich von ihrem Mann Ezra getrennt und beide teilen sich das Sorgerecht. Immer wieder treten für Margaret die Schatten der Vergangenheit zutage, immer wieder hat sie mit den Nachwirkungen ihrer Kindheit und Jugend zu kämpfen. Nachts kann Margaret kaum schlafen, bei Geräuschen empfindet sie Paniksignale. Insbesondere bei der Erziehung ihrer Töchter begleitet Margaret eine permanente Angst, dass den beiden etwas zustoßen könnte. Mit ihrer Mutter Elizabeth pflegt Margaret eine distanzierte Mutter-Tochter-Beziehung. Zu viele Verletzungen musste Margaret erfahren und zu viel Unausgesprochenes steht zwischen ihnen. Immer noch versucht Elizabeth Margaret zu bevormunden und zeigt deutlich ihre Missbilligung für deren Lebensstil. Als Elizabeth allerdings plötzlich unheilbar krank wird, kehrt Margaret zurück ins Haus der Eltern und muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Insbesondere da ihr Bruder Neal ebenfalls mit seiner Familie vor Ort ist und seine eigenen Interessen verfolgt...
"Schlaf" ist der Debütroman von Honor Jones, in dem sie in sieben Teilen die Beziehung von Margaret und ihrer Mutter beschreibt. Überaus gelungen fand ich, dass Vergangenheit und Gegenwart dabei besonders gut ineinandergreifen. Der Roman springt zwischen den beiden Zeitebenen hin und her und schafft so, den Lesenden die Auswirkungen von Margarets Traumata als Erwachsenen Frau und Mutter näherzubringen. Die Folgen der Kindheitstraumata im Erwachsenenalter insbesondere in Bezug auf die eigene Mutterrolle fand ich gut beschrieben, auch wie sich Margaret diesen stellt. Ebenso wurde meiner Meinung nach den Lesenden die Mutter-Tochter-Beziehung sehr bildhaft dargestellt. Die Beziehung mit Margarets Bruder im Erwachsenenalter, vor allem die Auseinandersetzung über die Traumata fand ich am Schluß ein bisschen zu verkürzt geschildert. Insgesamt aber ein Buch, das ich gerne gelesen habe und allen empfehlen kann, die sich für Romane über familiäre Traumata interessieren.